Grossbritannien

Boris Johnson wird wahrscheinlich neuer Premierminister

Am Dienstagmittag soll bekannt werden, wer der neue britische Premierminister wird. Mit grösster Wahrscheinlichkeit dürfte dies Boris Johnson sein.

Am Dienstagmittag soll bekannt werden, wer der neue britische Premierminister wird. Mit grösster Wahrscheinlichkeit dürfte dies Boris Johnson sein.

Yeti statt Maybot: Der umstrittene Tory-Politiker Boris Johnson wird nach jüngsten Umfragen der neue Premierminister Grossbritanniens. Johnson gilt schon lange als haushoher Favorit für die Nachfolge von Theresa May.

Seinem Konkurrenten, Aussenminister Jeremy Hunt, werden nur geringe Chancen eingeräumt. Die Konservative Partei wird den Namen des neuen Tory- und Regierungschefs voraussichtlich am Dienstagmittag verkünden.

Johnson ist ein Exzentriker, der es mit der Wahrheit oft nicht so genau nimmt. Seine Statur und die lange Zeit wilde Frisur sollen zu seinem Spitznamen "Yeti" in Schulzeiten beigetragen haben.

Ganz anders dagegen die ungelenke und wenig spontane May, die in ihrer Amtszeit unter anderem als "Maybot" verspottet wurde - in Anspielung auf roboterhaftes Auftreten. Auch politisch könnten die beiden Konservativen kaum unterschiedlicher sein.

Wird Johnsons Wahl bestätigt, hätte das grossen Einfluss auf den EU-Austritt. Der Brexit-Hardliner Johnson will Grossbritannien am 31. Oktober aus der EU herausführen - notfalls auch ohne Abkommen. In Brüssel übt man sich zumindest nach aussen hin in Gelassenheit.

Verhältnis zu den USA

Vielleicht könnte der Wechsel in der Downing Street auch dem Verhältnis mit den USA neuen Auftrieb geben. Zuletzt verursachten unter anderem geleakte Botschaftermemos Verstimmung zwischen Washington und London.

US-Präsident Donald Trump hat klargemacht, dass Johnson seinen Segen hat. "Ich denke, wir werden eine grossartige Beziehung haben", sagte er am vergangenen Freitag vor Journalisten.

Doch die beginnende Freundschaft zeigt schon jetzt ihre Grenzen. der Iran hat einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker in der Strasse von Hormuz festgesetzt. London spricht von "staatlicher Piraterie" und schielt nach Hilfe vom mächtigen Verbündeten USA. Doch US-Aussenminister Mike Pompeo machte deutlich, dass er nicht primär die USA in der Pflicht sieht, das Problem zu lösen.

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