Jahresrückblick

Brückeneinsturz, Giftanschlag und Handelskrieg: Was die Welt 2018 bewegt hat

Genua: Hier stürzt die Autobahnbrücke ein (14. August 2018)

Genua: Hier stürzt die Autobahnbrücke ein

Januar

20. Die Türkei startet in Nordsyrien die «Operation Olivenzweig». Ziel ist die Zerschlagung der kurdischen Miliz YPG.

Februar

16. US-Handelsminister Wilbur Ross schlägt verschiedene Massnahmen vor, um die US-Stahlindustrie zu stärken. Das Papier sieht unter anderem weniger Stahl- und Aluminiumimporte durch die USA vor. Der Handelskrieg zwischen den USA, China und Europa beginnt.

März

4. Beim Mitgliedervotum der SPD stimmen 66 Prozent für die Bildung einer neuen Koalition mit der CDU in Deutschland. Fast ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl ist damit der Weg frei für eine neue Regierung unter Angela Merkel. Sie nimmt am 14. März ihre Arbeit auf.

4. Bei den Parlamentswahlen in Italien wird die 5-Sterne-Bewegung des Komikers Beppe Grillo mit 32,7 Prozent Wähleranteil stärkste Partei.

4. Im englischen Salisbury werden der ehemalige russische Doppelagent Sergei Skripal und seine Tochter bewusstlos aufgefunden. Schnell wird Russland verdächtigt, den Anschlag mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok durchgeführt zu haben. Der Vorfall führt zu einer grossen diplomatischen Krise zwischen Russland und dem Westen.

18. Der russische Präsident Wladimir Putin wird mit 77 Prozent Wähleranteil in seinem Amt bestätigt.

April

19. In Kuba geht eine Ära zu Ende. Raul Castro, Bruder des verstorbenen Langzeitdiktators Fidel Castro, übergibt das Staatspräsidium an Miguel Diaz-Canel.

Kubas neuer Präsident und die Erwartungen der Kubaner

Kubas neuer Präsident und die Erwartungen der Kubaner (19. April 2018)

Der ehemalige kubansiche Vize-Präsident Miguel Díaz-Canel wurde zum neuen Präsidenten Kubas gewählt. Wer ist Miguel Díaz-Canel und welche Erwartungen haben die Kubaner und Kubanerinnen?

27. Historisches Treffen auf der koreanischen Halbinsel: In der demilitarisierten Zone Panmunjeom treffen sich Nordkoreas Diktator Kim Jong Un und der südkoreanische Präsident Moon Jae-In. Dabei übertreten beide Politiker die Grenze zum jeweils anderen Land.

Mai

8. Die USA verkünden, sich aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückzuziehen. Die Europäer hingegen wollen am Vertragswerk festhalten. Der Entscheid in Washington ist der Auftakt zu neuen Spannungen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump kündigt neue Sanktionen an.

14. Die USA eröffnen offiziell ihre Botschaft in Jerusalem. Dem Umzug aus Tel Aviv folgen gewaltsame Proteste von Palästinensern. Über 60 Palästinenser werden an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen erschossen.

Juni

1. In Italien bildet sich drei Monate nach der Wahl eine neue Regierung zwischen der 5-Sterne-Bewegung und der Rechtsaussen-Partei Lega. Ministerpräsident wird der Rechtswissenschaftler und parteilose Giuseppe Conte.

1. In Spanien wird der konservative Regierungschef Mariano Rajoy per Misstrauensvotum im Parlament gestürzt. Sein Nachfolger wird der Sozialdemokrat Pedro Sanchez.

12. In Singapur kommt es zum historischen Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un. In einer gemeinsamen Erklärung verpflichtet sich Nordkorea, auf eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten. Die USA verpflichten sich im Gegenzug zu Sicherheitsgarantien für Nordkorea.

24. Die Präsidentschaftswahlen in der Türkei enden mit einem Triumph für Recep Tayyip Erdogan. Er wird im ersten Wahlgang gewählt. Bei den Parlamentswahlen verliert seine AKP zwar, bleibt aber klar stärkste Partei.

Juli

16. In Helsinki kommen Donald Trump und Wladimir Putin zu ihrem ersten bilateralen Treffen zusammen. Dabei streiten sie eine Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf 2016 ab.

23./24. Bei Waldbränden in der griechischen Region Attika sterben 90 Menschen. Etwa 200 werden verletzt.

August

14. Im norditalienischen Genua kommt es zu einem fatalen Unglück. Die Morandi-Brücke, eine Autobahn, die über die Stadt führt, stürzt ein. 43 Menschen kommen bei der Katastrophe ums Leben.

September

2. Durch einen Grossbrand wird das brasilianische Nationalmuseum in Rio de Janeiro weitgehend zerstört, wobei auch rund 90 Prozent der zu vor mehr als 20 Millionen Objekte
verbrennen.

Brasilianisches Nationalmuseum brennt ab

Brasilianisches Nationalmuseum brennt ab (4. September 2018)

Ein Grossbrand wütete im brasilianischen Nationalmuseum in Rio de Janeiro.

Oktober

28. Bei den Landtagswahlen in Hessen verliert die regierende CDU über 10 Prozent Wähleranteil. Tags darauf gibt Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannt, dass sie nach 18 Jahren vom Parteivorsitz der Christdemokraten zurücktreten und bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr antreten wird.

28. Rechtspopulist Jair Bolsonaro wird zum Präsidenten von Brasilien gewählt. Im Wahlkampf fiel der Ex-Militär mit menschenverachtenden Äusserungen auf.

November

6. Bei den Zwischenwahlen in den USA gewinnen die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Im Senat bleibt die Mehrheit jedoch bei den Republikanern von Präsident Donald Trump.

8. In Kalifornien erreichen die Waldbrände ein neues Ausmass. Bis am 17. November sterben 74 Menschen.

14. Die EU-Kommission und die britische Regierung legen einen Entwurf für ein Austrittsabkommen zwischen der EU und Grossbritannien vor. Am nächsten Tag tritt der britische Brexit-Minister Dominic Raab aus Protest gegen das Ergebnis von seinem Amt zurück.

17. In Frankreich beginnen die Proteste der «Gelbwesten». Zunächst gegen eine geplante Erhöhung der Benzinsteuer gerichtet, arten die Demonstrationen zu schweren Krawallen aus.

133 Verletzte und 400 Festnahmen in Paris

133 Verletzte und 400 Festnahmen in Paris (2. Dezember 2018)

In Frankreich sind die Proteste der regierungskritischen «Gelbwesten» eskaliert. 378 Personen sind noch in Polizeigewahrsam.

Dezember

7. Die CDU wählt in Hamburg mit Annegret Kramp-Karrenbauer eine Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur neuen Parteichefin. Die bisherige Generalsekretärin setzt sich gegen Gesundheitsminister Jens Spahn und Merkels alten Rivalen Friedrich Merz durch.

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