Der Premierminister werde in Grossbritannien bleiben und die Lage überwachen, teilte die Downing Street am Donnerstagabend mit. Es gelte, den Familien der Betroffenen so viel Unterstützung zukommen zu lassen wie irgendwie möglich, hiess es.

Cameron hatte am Freitagmorgen in Amsterdam über das Verhältnis seines Landes zur EU sprechen wollen. Es wurde erwartet, dass er dabei die Rückholung von Befugnissen von Brüssel nach London fordern würde. Zudem wurde angenommen, dass er für die Zeit nach den Wahlen 2015 ein Referendum zu der Frage ankündigen werde.

Der Premierminister steht unter dem Druck des euroskeptischen Flügels seiner konservativen Partei. Die pro-europäischen Liberaldemokraten, die mit an der Regierung beteiligt sind, lehnen ein Referendum aber entschieden ab.

Bereits mehrmals verschoben

Cameron hatte die Grundsatzrede seit Monaten vorbereitet. Bereits mehrere mögliche Termine wurden nicht eingehalten. Dafür erntete der Premierminister Spott von der Opposition.

Zuletzt hatte es geheissen, Cameron wolle die Rede am 22. Januar halten. Dann hätte er allerdings einen Affront mit Deutschland und Frankreich riskiert, da die beide Länder an diesem Tag den 50. Jahrestag des Élysée-Vertrages zur deutsch-französischen Freundschaft feiern.

Am Mittwoch hatten Dschihadisten auf einem Gasfeld in Algerien zahlreiche Geiseln genommen. Die Gruppe forderte die Beendigung des französischen Militäreinsatzes gegen islamistische Milizen im Norden Malis. Unter den ausländischen Geiseln sollen auch Briten sein.