Volksstimmen

Das sind die populärsten Präsidenten der amerikanischen Geschichte

Welcher US-Präsident erzielte in der Wahlnacht das beste Resultat? Die «Nordwestschweiz» hat eine Rangliste erstellt, nach Stimmenanteil der Volksstimmen. Nur vier US-Präsidenten erzielten am Wahltag über 60 Prozent.

Die Rangliste der «am Wahltag populärsten Präsidenten» überrascht: Lyndon B. Jonson, Richard Nixon und Warren G. Harding waren am Ende ihrer Amtszeit unbeliebte Präsidenten. Die Übersicht zeigt zudem: Amerika war immer ein gespaltenes Land. Nur gerade 10 Präsidenten erreichten einen Stimmenanteil über 55 Prozent. In einem Zweiparteiensystem heisst das: 45 Prozent oder mehr stimmen normalerweise gegen den Kandidaten, der ins Weisse Haus einzog.

1. Lyndon B. Johnson: Johnson erzielt 1964 ein Traumresultat. Traumatisiert vom Mord an John F. Kennedy stand Amerika zusammen. Der Vietnamkrieg führte um Absturz: Im August 1968 sind nur noch 35 Prozent der Amerikaner mit Johnson zufrieden.

2. Franklin D. Roosevelt: Trotz hoher Arbeitslosigkeit wird FDR 1936 wiedergewählt. Ihm gelingt auch 1940 (54%) und 1944 (53%) die Wiederwahl - dann bereits im Sog des Zweiten Weltkriegs. 1932 war er mit 57% erstmals ins Weisse Haus gewählt worden.

3. Richard Nixon: Ähnlich wie Johnson half die hohe Popularität am Wahltag dem 1972 grandios wiedergewählten Nixon nur wenig. Die Watergate-Affäre führte zum abrupten Absturz: Im Juli/August 1974 waren nur noch 24% mit Nixon zufrieden.

4. Warren G. Harding: Der Zeitungsverleger aus Ohio gilt heute als schlechtester Präsident aller Zeiten. Seine Regierung war in zahlreiche Skandale und Korruptionsaffären verwickelt. Harding hatte mehrere aussereheliche Affären. 1923 starb er im Amt.

5. Ronald Reagan: Reagans Popularität stieg von Anfang 1983 bis Ende 1986 stetig an. In seiner zweiten Amtszeit erreichte er durchschnittliche Popularitätswerte von 55,3 Prozent. Für die Konservativen ist Reagan heute eine Ikone und ein oft genanntes Vorbild.

6. Herbert Hoover: Der 31. Präsident hatte Vorfahren aus der deutschsprachigen Schweiz. Der Technokrat hatte aber mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 zu kämpfen, er unterschätzte die Auswirkungen der Great Depression. Er war gegen eine zu starke finanzielle Unterstützung durch den Staat und vertraute als Republikaner auf den amerikanischen Individualismus. 1932 hatte er keine Chance gegen Franklin D. Roosevelt, der mit dem „New Deal" den Amerikanern Hoffnung auf eine bessere Zukunft machte.

7. Dwight D. Eisenhower: Der Kriegsheld aus dem Zweiten Weltkrieg konnte sich in seinen acht Jahren im Weissen Haus stets über sehr hohe Popularitätswerte freuen. Er beendete den Koreakrieg und ging nach Stalins Tod auf die Sowjetunion zu, es kam zu ersten Treffen mit den Sowjetführern, in Genf (1955) und in Camp David (1959). Seine Werte pendelten zwischen 50% und 80%. Golfspieler „Ike" war ziemlich populär, Amerika ging es in den goldenen 1950er-Jahren wirtschaftlich gut.

8. Theodore Roosevelt: Nach dem Mord an William McKinley wurde 1901 im Alter von 42 Jahren als jüngster Präsident ins Amt vereidigt. Drei Jahre später wurde er mit gutem Resultat wiedergewählt. 1906 erhielt Teddy Roosevelt als erster Amerikaner den Friedensnobelpreis. Während seiner Amtszeit gründete er eine Reihe von Nationalparks in den USA. Sein Porträtkopf wurde am Mount Rushmore in Granit gemeisselt, neben Washington, Jefferson und Lincoln - eine grosse Ehre.

9. Andrew Jackson: Der 7. Präsident wechselte nach einer Militärkarriere in die Politik und amtete zunächst als Militärgouverneur von Florida. Er war der erste Präsident, der nicht aus dem Kreis der amerikanischen Revolutionäre kam. Er vertrat die kleinbürgerlichen Interessen der neuen Immigranten. Jackson war der erste US-Präsident, auf den ein Attentat verübt wurde. Die Pistolen des Täters versagten aber ihren Dienst - Jackson verprügelte den Attentäter mit seinem Spazierstock.

10. Ulysses Grant: Auch der 18. Präsident wechselte vom Militär in die Politik: Der Oberbefehlshaber der US Army im Sezessionskrieg hatte in der Politik allerdings weniger Begabung als in der Kriegführung. Korruptionsskandale ritzten an seiner Popularität. 1876 wollte Grant trotzdem nochmals antreten, doch die Republikaner verweigerten ihm die Gefolgschaft mit Verweis auf das Vorbild George Washingtons.

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