Nahost

Ein Toter bei neuen Konfrontationen an Israels Grenze zu Gaza

Ein Verwandter eines der getöteten Hamas-Aktivisten nach der Identifizierung des Opfers im Al Aksa-Spital im Gazastreifen.

Ein Verwandter eines der getöteten Hamas-Aktivisten nach der Identifizierung des Opfers im Al Aksa-Spital im Gazastreifen.

Militante Palästinenser haben am Samstag rund 150 Raketen aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert. Israel reagierte mit Panzerbeschuss und Luftangriffen. Dabei wurde ein Palästinenser getötet.

Nach Armeeangaben beschossen israelische Panzer mehrere von der radikalislamischen Hamas genutzte Militärposten, der Luftangriff galt zwei Raketenwerfern im Gazastreifen. Dabei wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza ein 22 Jahre alter Palästinenser getötet und sechs weitere verletzt.

Israels Raketenabwehrsystem konnte nach Armeeangaben zahlreiche Geschosse aus dem Gazastreifen abfangen. Sirenen nahe der Grenze zum Gazastreifen und im Inneren des Landes mahnten die Einwohner der israelischen Gemeinden, sich in Sicherheit zu bringen.

Trotzdem erlitt laut israelischen Medien eine Frau in Kirjat Gat gefährliche Gesichtsverletzungen durch Splitter. Ein Mann sei in Aschkelon verletzt worden. Insgesamt drei Häuser in Israel seien von Raketen getroffen worden.

Israelische Sicherheitsbeauftragte hielten angesichts der Gewalteskalation eine Krisensitzung ab. Die Israelischen Streitkräfte (IDF) hatten bereits am Morgen angekündigt, die Gegend in der Nähe des Sicherheitszauns zu Gaza abzusperren.

Vergeltung für Angriffe

Militante Palästinenserorganisationen rechtfertigten die Raketenangriffe mit dem Tod von Palästinensern bei Protesten der vergangenen Tage. Der Islamischer Dschihad machte deutlich, dass die Angriffe auch darauf abzielten, die Organisation des in knapp zwei Wochen geplanten Gesangswettbewerbs Eurovision Song Contest in Tel Aviv zu stören.

Ein Hamas-Sprecher sagte, die Vereinbarungen für eine Waffenruhe seien "kein Hindernis" für Antworten auf Aggression: "Das Blut unseres Volkes ist eine Rote Linie."

Die Spannungen zwischen Israel und den Palästinenserorganisationen im Gazastreifen waren nach einer Zeit der Ruhe zuletzt erneut eskaliert. Bei Protesten an der Grenze zu Israel und bei israelischen Luftangriffen waren am Freitag vier Palästinenser getötet worden.

Rund 50 Palästinenser wurden verletzt. Nach Angaben der israelischen Streitkräfte wurden zudem zwei israelische Soldaten an der Grenze durch Schüsse verwundet.

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