Kommentar

Eine Schande für Europa

6000 Menschen sollen im "Dschungel" genannten Flüchtlingscamp in Calais leben. Jetzt fordert die Justiz von den Behörden, die Lage für die Flüchtlinge zu verbessern. (Archivbild)

6000 Menschen sollen im "Dschungel" genannten Flüchtlingscamp in Calais leben. Jetzt fordert die Justiz von den Behörden, die Lage für die Flüchtlinge zu verbessern. (Archivbild)

Rund 6000 Migranten sitzen im «Dschungel», dem improvisierten Lager in Calais, unter unzumutbaren Bedingungen fest.

Täglich warten sie auf eine Gelegenheit, sich im Lastwagen oder per Eurostar-Zug auf die Britischen Inseln zu schmuggeln, weil sie dort auf bessere Arbeitsmöglichkeiten hoffen oder weil sie etwas Englisch beherrschen.

Frankreich ist jetzt für die Vernachlässigung des wilden Camps in den Sanddünen verurteilt worden. Die Regierung in Paris würde am liebsten ganz wegschauen, da sie befürchtet, dass die Flüchtlingswelle bei den kommenden Regionalwahlen nur dem Front National helfen dürfte.

Innenminister Bernard Cazeneuve ist immerhin zugutezuhalten, dass er ehrlich bemüht ist, den Gestrandeten Alternativen zum englischen Eldorado zu nennen und ihnen eine vereinfachte Aufnahme in Frankreich zu bieten.

Keine mildernden Umstände gibt es aber für London. Es handelt nicht anders als Ungarn unter Victor Orban, indem die Grenzen dichtgemacht werden, als gäbe es keine EU; dank der Insellage muss England gar nicht erst Stacheldrahtzäune errichten.

Frankreich ist zwar verurteilt, aber schuld am Elend in Calais ist England, das es an jeder europäischen Solidarität mangeln lässt.

Den Bericht zum Thema lesen Sie hier

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