Im Verlauf der Untersuchungen wandten sich die italienischen Behörden auch an einen Schweizer Sachverständigen. Bernhard Elsener ist ETH-Professor und Korrosionsexperte. Er wurde gebeten, Trägerteile der Brücke zu untersuchen, die bei dem Einsturz in die Tiefe fielen. Elsener freute sich auf diese Aufgabe und sagte gegenüber dem «Blick», der Auftrag sei eine grosse Ehre für ihn.

Kurz darauf machte er in einem Interview mit dem Radiosender RSI die Aussage, dass wenn alle Trägerteile verstärkt worden wären, die Brücke heute noch stehen würde.

Zu viel Klartext, fanden nicht nur die Anwälte der Beschuldigten, sondern auch eine Staatsanwältin, die den Zürcher Professor ins Boot geholt hatte. Wie der «Blick» schreibt, wurde erwogen, Elsener aus der Untersuchung auszuschliessen.

Die Bilder vom Einsturz:

Jetzt ist Elsener den italienischen Behörden zuvor gekommen. Er reichte seinen Rücktritt ein. Gegenüber der Zeitung sagte er, das Ganze sei ihm sowieso zu viel geworden. Wenn er weiter an dem Brückengutachten gearbeitet hätte, wäre gar nie mehr nach Hause gekommen. Die Untersuchung wird nun von einem italienischen Kollegen weitergeführt. (sar)

Genua: Hier stürzt die Autobahnbrücke ein (14. August 2018)

Genua: Hier stürzt die Autobahnbrücke ein (14. August 2018)

Italien startet Abriss der Genua-Brücke

9. Februar 2019: Italien startet Abriss der Genua-Brücke

43 Menschen sterben, als die Autobahnbrücke in Genua im vergangenen Sommer ohne Vorwarnung zusammenbricht. Ein halbes Jahr später ist das klaffende Loch noch immer zu sehen. Jetzt sollen die Brückenreste so schnell wie möglich verschwinden.