Kommentar

Er zimmerte eine Koalition, die nur er zimmern konnte: Joe Biden gefällt sogar den Reichen

Joe Biden.

Joe Biden.

Nevada, Georgia, North Carolina und Pennsylvania: In diesen vier Bundesstaaten entscheidet sich, wer Amerika die nächsten vier Jahre regieren wird. Biden sprach auch reiche Unternehmer und gut ausgebildete Mütter an.

Ja, es stimmt: Die prognostizierte «blaue Welle» in der amerikanischen Wahl ist ausgeblieben. Falls Joe Biden im kommenden Januar ins Weisse Haus einzieht, dann wird er dies nicht an der Spitze einer triumphierenden Demokratischen Partei tun. Dies hängt auch mit seinem Wahlkampf zusammen, der kaum Begeisterungsstürme ausgelöst hatte. Ein Blick auf die Wahlresultate in den politisch umkämpften Bundesstaaten aber zeigt: Biden zimmerte eine Koalition von Wählern, die wohl nur er, der altgediente Berufspolitiker, zimmern konnte. Es gelang ihm nicht nur, die Stimmen demokratischer Stamm­wähler zu gewinnen. Er sprach auch reiche Unternehmer und gut aus­gebildete Mütter an, die aufgrund ihres sozioökonomischen Profils eigentlich zu den Stützen der Republikanischen Partei gehören. Damit gelang es Biden, auch in Staaten wie Arizona, Wisconsin oder Georgia konkurrenzfähig zu sein.

Natürlich: Die Mehrheit der Amerikaner will auch einfach den aktuellen Präsidenten loswerden. Die Resultate der Kongresswahl zeigen aber eben auch, dass es demokratischen Amtsträgern häufig nicht gelingt, eine Mehrheit der Wähler von einem prononciert linken politischen ­Programm zu überzeugen.

Biden ist ein gestandener Berufs­politiker. Er hat in den vergangenen 50 Jahren keine Stricke zerrissen. Das ist vielleicht der wichtigste Grund, wieso er den Zweikampf gegen ­Donald Trump gewinnen könnte.

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