Chile

Fünf Tote bei Brand in geplünderter Kleiderfabrik in Chile

In der Hauptstadt Chiles kontrollierte am Sonntag zum ersten Mal seit dem Ende des Pinochet-Regimes wieder das Militär die öffentliche Ordnung.

In der Hauptstadt Chiles kontrollierte am Sonntag zum ersten Mal seit dem Ende des Pinochet-Regimes wieder das Militär die öffentliche Ordnung.

In Chile ist die Zahl der Toten im Zuge der sozialen Unruhen auf zehn gestiegen. Bei einem Brand in einer geplünderten Kleiderfabrik im Norden der Hauptstadt Santiago de Chile starben fünf Menschen.

Dies teilte ein Feuerwehrvertreter am Sonntag (Ortszeit) örtlichen Medien mit. Die Leichen seien im Inneren der Fabrik gefunden worden.

In der Nacht zum Sonntag waren bereits zwei Frauen ums Leben gekommen, als ein Supermarkt im Süden Santiagos geplündert worden und in Brand geraten war. Ein Mann kam zudem ebenfalls bei Bränden nach Plünderungen ums Leben. Weitere zwei Tote wurden in der ausgebrannten Halle einer Baumarktkette im Süden Santiagos aufgefunden, teilte Bürgermeisterin Karla Rubilar mit.

Präsident spricht von Krieg

Die Proteste waren durch eine Erhöhung der Ticketpreise für den öffentlichen Nahverkehr ausgelöst worden. Nach ersten Zusammenstössen am Freitag gab es auch am Wochenende gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Präsident Sebastián Piñera hatte wegen der Proteste den Ausnahmezustand verhängt. Die Behörden ordneten zudem Ausgangssperren an. General Javier Iturriaga rief die Einwohner auf, "sich ruhig zu verhalten und zu Hause zu bleiben". Präsident Piñera sprach am Sonntag sogar von Krieg.

Die chilenische Regierung mobilisierte obendrein 9500 Soldaten. Es war das erste Mal seit dem Ende der Diktatur unter General Augusto Pinochet 1990, dass das Militär wieder in der chilenischen Hauptstadt patrouillierte.

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