«Amazing» – verblüffend – sei das Wachstum der US-Wirtschaft, frohlockte Donald Trump nach der Veröffentlichung der neusten BIP-Quartalszahlen (plus 4,1 Prozent). Der Präsident, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, verbreitet für einmal keine Fake News. Die US-Wirtschaft brummt tatsächlich, das sieht jeder, der durch die USA reist: «We are hiring» – wir suchen Arbeitskräfte – heisst es in Läden und Restaurants. Ein Lokal in Boston musste seine Öffnungszeiten reduzieren, weil es nicht genügend Personal fand. Die Arbeitslosigkeit ist in den USA so tief wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr.

Showtalent Donald Trump tritt fast wöchentlich in vollen Stadien auf und wiederholt dort mantramässig, wie toll es der Wirtschaft gehe. Man muss es ihm lassen: Der Mann verbreitet gute (Konsum-)Laune in jenen Gebieten, die sich unter Barack Obama, zu Recht oder zu Unrecht, «vergessen» fühlten. In der Tat spüren ausgerechnet frühere Verlierer-Gebiete den Aufschwung besonders stark.

Doch es ist wie an einer Party, die vom Alkohol lebt: Das Wachstum erfährt einen Schub, weil Trumps Steuersenkungen wirken (ein Einmaleffekt) und weil die Exporte boomen, da die Abnehmer noch kaufen, bevor die Zölle in Kraft treten. Wann ist die Party zu Ende: vor oder nach den Zwischenwahlen im November? Die Antwort darauf könnte entscheidend dafür sein, ob es Trumps Republikanern gelingt, die Mehrheit im Kongress zu verteidigen. Denn noch immer gilt: Auf die Wirtschaft kommt es an! So «amazing» wie jetzt wird es nicht ewig sein, denn die Zölle werden das Wachstum bremsen.