In diesen Ländern würden die seit jeher anhaltenden Spannungen zwischen Landwirten und Zuchtgemeinschaften durch den Klimawandel verschärft, sagte Maurer an einer Medienkonferenz am Dienstag in Davos. Er hatte sich in den vergangenen Tage in der Krisenregion aufgehalten.

Diese Spannungen würden sich in einer Region verschärfen, in der bereits Armut, generelle Kriminalität und Gewalt aufeinandertreffen würden, sagte er weiter. In der Sahelzone würden die Temperaturen 1,5 Mal so schnell steigen wie im Rest der Welt. Die Unsicherheit, genügend Nahrung zu bekommen, treffe Dutzende von Millionen Menschen, die dadurch zur Migration oder in die Arme von bewaffneten Gruppierungen getrieben würden.

Gewisse Länder könnten sich an einen beschränkten Temperaturanstieg anpassen, andere jedoch nicht. In diesen Ländern fehle es dann an natürlichen Ressourcen. Länder die ohnehin bereits mit Armut, Ausschluss, Gewalt und Diskriminierung konfrontiert seien, sagte Maurer weiter.

Keine gängigen Lösungen

In diesen besonders fragilen Staaten, wie jene in der Sahel-Zone, würden die gängigen Mechanismen zur Lösung von Konflikten und Spannungen nicht mehr funktionieren. Es komme zu einer Verschärfung der Konflikte.

Es handle sich dabei auch nicht mehr um Konflikte von traditionellen Armeen zwischen zwei oder drei Akteuren, sondern um eine Mischung von politischer Gewalt, Kriminalität und Organisierter Kriminalität. Allein in Mali seien letztes Jahr 1680 Menschen der Gewalt zum Opfer gefallen, nahezu doppelt so viele wie im Vorjahr und fünf Mal mehr als 2016.

Der Klimawandel befreie die Konfliktparteien nicht davor, die Internationalen Menschenrechte zu respektieren. Politische Entscheide, um den Klimawandel in der Region einzudämmen, seien dringend notwendig.

Das IKRK plädiert für nachhaltige Lösungen mit der Gemeinschaft. Die Versorgung mit Wasser und Energie müsse verbessert und der Zugang der Bevölkerung zu Bildung sowie die lokale Wirtschaft müssten verbessert werden. Dazu seien innovative Finanzierungsmechanismen nötig.

Maurer äusserte sich überzeugt davon, dass es einen "Deal" abzuschliessen gebe zwischen privaten Investoren und den Hilfsorganisationen. Er wünscht sich eine Partnerschaft mit dem privaten Sektor, insbesondere für die langfristige Hilfe.