Kaschmir

Indiens oberstes Gericht überprüft Verlust von Kaschmir-Status

Zehntausende Soldaten schränken die Bewegungsfreiheit der Menschen in Kaschmir. Auch Internet- und Telefonverbindungen sind seit Wochen stark zensuriert. (Archivbild einer Strasse in Srinagar)

Zehntausende Soldaten schränken die Bewegungsfreiheit der Menschen in Kaschmir. Auch Internet- und Telefonverbindungen sind seit Wochen stark zensuriert. (Archivbild einer Strasse in Srinagar)

Indiens oberstes Gericht will im Oktober prüfen, ob die Aberkennung des Sonderstatus der indischen Kaschmir-Region im August verfassungsgemäss war. Das teilte das Gericht am Mittwoch mit.

Mehrere Menschen - darunter Politiker und Aktivisten - hatten Anträge zur Überprüfung der Rechtmässigkeit eingereicht. Das Gericht in Neu Delhi forderte die Regierung auch auf, zu Eingaben zur Einschränkung der Kommunikation und der Arbeit von Journalisten in der Himalaya-Region Stellung zu nehmen.

Indiens Regierung hatte dem Bundesstaat Jammu und Kaschmir Anfang August seinen teilautonomen Status entzogen. Der Status sicherte der Himalaya-Region eine eigene Verfassung und weitgehende politische Rechte zu.

Um Proteste zu verhindern, schränken zehntausende Soldaten die Bewegungsfreiheit der Menschen ein. Auch Internet- und Telefonverbindungen sind seit mehr als drei Wochen stark eingeschränkt.

Mit der Neuregelung will Neu Delhi die mehrheitlich von Muslimen bewohnte Region stärker in das mehrheitlich hinduistische Indien integrieren. Der Schritt löste eine neue Krise mit dem Nachbarland Pakistan aus, das das Gebiet ebenfalls beansprucht.

Die beiden Atommächte streiten sich schon mehr als 70 Jahre um die Region - seit Britisch-Indien unabhängig und in Indien und Pakistan geteilt wurde.

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