Italien

Italiens Rechte demonstriert an Nationalfeiertag gegen «Kapitulation»

Matteo Salvini, Vorsitzender der Lega,  bei einer Demonstration. Foto: Roberto Monaldo.Lapress/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Matteo Salvini, Vorsitzender der Lega, bei einer Demonstration. Foto: Roberto Monaldo.Lapress/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Italiens rechte Parteien haben am Nationalfeiertag in Rom gegen die Regierungspolitik in der Corona-Krise demonstriert. Unter dem Motto «Italien kapituliert nicht» zogen Hunderte Menschen am Dienstag durch eine lange Einkaufstrasse.

Angeführt wurde der Zug vom ehemaligen Innenminister Matteo Salvini. An seiner Seite gingen Giorgia Meloni, Chefin der ultrarechten Fratelli d'Italia, und der italienische Europaabgeordnete Antonio Tajani von der Forza Italia.

In Interviews kritisierte Meloni zu viel Bürokratie bei der Vergabe von Corona-Hilfen. Die Krankheit erzeuge "soziales Unbehagen". Ministerpräsident Giuseppe Conte habe die Gefahren einer wirtschaftlichen Katastrophe nicht verstanden. Die Veranstalter hatten wegen der Ansteckungsgefahr aufgefordert, nur in sozialen Medien mitzuwirken. Trotzdem drängten sich die Menschen. Lega-Chef Salvini nahm seinen Atemschutz wiederholt ab, fasste Teilnehmer an und ergriff Handys für Selfies.

Zuvor hatte Präsident Sergio Mattarella zum Tag der Republik am Einheitsdenkmal einen Kranz niederlegen lassen. Er wurde begleitet von Conte. Die übliche Militärparade wurde wegen der Pandemie abgesagt. Mattarella reiste dann in die Lombardei, nach Codogno. Dort war der Corona-Ausbruch zuerst aufgefallen. Dort gedachte er der mehr als 33 000 Virus-Toten. Das Land feiert am 2. Juni ein Referendum von 1946, mit dem die Italiener für das Ende der Monarchie stimmten.

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