Persischer Golf

Katars Regierung sieht Hacker-Angriff als Ursache der diplomatischen Krise

Katars Aussenminister Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani. Laut der Regierung in Doha ist ein Hacker-Angriff verantwortlich für die Krise. (Archivbild)

Katars Aussenminister Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani. Laut der Regierung in Doha ist ein Hacker-Angriff verantwortlich für die Krise. (Archivbild)

Die Regierung Katars geht auf der Grundlage eines vorläufigen Untersuchungsberichts davon aus, dass ein Hacker-Angriff auf die staatliche Nachrichtenagentur KNA die schwere diplomatische Krise mit den Nachbarstaaten hervorgerufen hat. Der Hacker-Angriff habe Anfang April begonnen, erklärte das Innenministerium in Doha.

Einen Monat später wurden über die Nachrichtenagentur angebliche Erklärungen des Emirs von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani verbreitet. Unter den Themen, die in der angeblichen Erklärung von Scheich Tamim angeschnitten wurden, waren die radikalislamische Palästinenserbewegung Hamas, die als "legitime Vertretung des palästinensischen Volkes" bezeichnet wurde, und der Iran, der als strategischer Alliierter für seine Nachbarstaaten empfohlen wurde.

Das mit der Untersuchung beauftragte Team habe bestätigt, dass der Hacker-Angriff mit neuartigen technischen Mitteln erfolgte und an einer Schwachstelle des Systems der KNA ansetzte, teilte das Innenministerium mit.

Der Angriff habe im April begonnen und sei Ende Mai genutzt worden, um "falsche" Erklärungen des Emirs herauszugeben. In die Untersuchung zum Hacker-Angriff sind die US-Bundespolizei FBI und britische Experten einbezogen.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten Bahrain, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen sowie den Verkehr über Luft-, Wasser- und Landwege eingestellt. Begründet wurde dies unter anderem mit Verbindungen Dohas zu "Terrororganisationen".

"Banalitäten"

Der US-Fernsehsender CNN hatte am Dienstag unter Berufung auf US-Geheimdienstmitarbeiter berichtet, dass russische Hacker eine Falschmeldung bei der staatlichen Nachrichtenagentur Katars platziert hätten.

Moskau wies am Mittwoch den Hacker-Vorwurf zurück. Er sei es Leid, immer auf solche "Banalitäten" reagieren zu müssen, für die es "keinen Beweis" gebe, sagte Andrej Krutskich, Putins Berater für Cybersicherheit, der Nachrichtengentur Interfax. Es gebe "null Beweis" für die Vorwürfe.

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