China

Lungenkrankheit in China: Zahl der Nachweise und Todesfälle steigt

In der Nähe des Fischmarktes von Wuhan.

In der Nähe des Fischmarktes von Wuhan.

Das neuartige Coronavirus in China ist offenbar schon weiter verbreitet als zunächst angenommen. Die Zahl der Nachweise steigt unaufhörlich, zudem werden weitere Tote gemeldet. Auch Taiwan bestätigt inzwischen eine Infektion.

Die neue Lungenkrankheit in China hat weitere Patienten das Leben gekostet. Insgesamt seien nun sechs Todesfälle bestätigt, teilte die Gesundheitsbehörde der Metropole Wuhan am Dienstag mit. Zudem wurden 77 weitere Infektionen gemeldet, wie der Staatssender CCTV berichtete. Damit gibt es nun in China 291 bestätigte Fälle seit Beginn des Ausbruchs im Dezember.

Am Dienstag meldete zudem Taiwan die Erkrankung einer etwa 50-jährigen Taiwanesin. Zuvor waren bereits Nachweise aus Thailand, Japan und Südkorea bekannt geworden. Betroffen waren stets Menschen, die zuvor in China waren. In Europa ist noch kein Fall aufgetreten.

Neuartige Lungenkrankheit in China fordert sechs Tote

Der Coronavirus fordert in Wuhan weitere Todesopfer.

Am Montag hatten die chinesischen Behörden mitgeteilt, dass eine Übertragbarkeit des Erregers von Mensch zu Mensch bestätigt ist. Zudem wurde bekannt, dass auch medizinisches Personal betroffen ist. Das Virus sei bei mindestens 15 Krankenhausangestellten in Wuhan nachgewiesen worden, hiess es später. Für Experten ist es ein wichtiger Indikator, ob Ärzte und Pfleger von einer neuen Erkrankung betroffen sind: Infizieren sich viele von ihnen, ist das ein Hinweis auf eine leichte Übertragbarkeit.

Gefahr von Ausbreitung wächst

Momentan werden die meisten Fälle weiterhin aus der 11-Millionen-Metropole Wuhan gemeldet. Nach derzeitiger Annahme soll das neuartige Coronavirus auf einem dortigen Markt auf den Menschen übergesprungen sein, von welcher Tierart, ist bisher nicht bekannt. Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Ausbreitung des Virus. Bei der grössten jährlichen Völkerwanderung sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs.

Gesundheitsminister Alain Berset zum Coronavirus: «Die Schweiz ist sehr gut vorbereitet»

Gesundheitsminister Alain Berset: «Die Schweiz ist sehr gut vorbereitet»

Die WHO hat wegen der Lungenkrankheit ihren Notfallausschuss einberufen. Die Experten sollten am Mittwoch beraten. Sollte die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand ausrufen, empfiehlt sie damit schärfere Massnahmen zur Bekämpfung der Seuche. Dazu können unter anderem Grenzkontrollen und das Einrichten spezialisierter Behandlungszentren gehören. Derzeit empfiehlt die WHO keinerlei Reise- oder Handelsbeschränkungen, gibt aber Hinweise zu generell einzuhaltenden Hygiene- und Verhaltensregeln für Reisende nach Wuhan in China.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1