Malaysia

Malaysische Polizei geht mit Tränengas gegen Demonstranten vor

Die Polizei setzt in Kuala Lumpur Tränengas gegen die Demonstranten ein

Die Polizei setzt in Kuala Lumpur Tränengas gegen die Demonstranten ein

Für eine Wahlrechtsreform in Malaysia sind in der Hauptstadt Kuala Lumpur am Samstag mehr als 20'000 Menschen auf die Strasse gegangen. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor.

Insgesamt 1667 Menschen seien auf der von der Regierung verbotenen Kundgebung festgenommen worden, teilte die Bundespolizei in einer Stellungnahme mit. Weite Teile der Stadt wurden abgeriegelt.

Nach Augenzeugenberichten trieben mit Schlagstöcken bewaffnete Bereitschaftspolizisten die Demonstranten zusammen und zerrten sie in Polizeifahrzeuge. Auch Helikopter waren im Einsatz. Nach fünf Stunden löste sich die Menge auf. Nur wenige Hundert Teilnehmer hatten den zentralen Versammlungsort erreicht, ein Stadion in der Innenstadt.

Oppositionsführer Anwar Ibrahim teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, er habe bei dem Tränengaseinsatz "leichte Verletzungen" erlitten. Auf der Internet-Nachrichtenseite Malaysiakini hiess es, Ibrahim habe eine Schnittverletzung am Kopf erlitten.

Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich 50'000 Menschen an der Demonstration. Andere Beobachter und Teilnehmer sprachen von 20'000 bis 30'000 Demonstranten. Mit Blick auf die von der Polizei genannte Teilnehmerzahl von bis zu 6000 erklärten sie, in diesem Fall wäre ein Viertel der Demonstranten festgenommen worden. Dies sei kaum möglich.

Opposition will faire Wahlen

Es war demnach die grösste Kundgebung in Malaysia seit 2007. Die Proteste wurden von den oppositionellen Bersih-Bürgergruppen organisiert. Sie fordern eine Überarbeitung der Wählerlisten, Massnahmen zur Verhinderung von Wahlbetrug und mehr Möglichkeiten für Oppositionsparteien, in regierungsnahen Medien zu werben.

Die Gegner der Regierungskoalition von Ministerpräsident Najib Razak fordern vor der für Mitte 2012 erwarteten Wahl fairere und transparentere Wahlgesetze.

Die regierende Nationalfront ist seit der Unabhängigkeit Malaysias von Grossbritannien im Jahr 1957 an der Macht. Najib erklärte am Samstag, die Demonstranten verträten nur eine Minderheit, die meisten Malaysier unterstützten seine Regierung.

Unter den Festgenommenen waren auch zahlreiche Oppositionsführer. "Was soll diese Machtdemonstration gegen das Recht? Egal was passiert, das Recht wird immer siegen", sagte die Führerin der Berish-Koalition, Ambiga Sreenavasan, kurz bevor sie gemeinsam mit weiteren Oppositionellen von der Polizei abgeführt wurde.

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