Saudi-Arabien

Mordfall Khashoggi: Todesstrafe für fünf Männer – zwei Berater von Kronprinz bin Salman entlastet

Der Mord am saudischen Regierungskritiker Jamal Khashoggi im Oktober 2018 in Istanbul hat Folgen: Fünf Menschen wurden in Riad zum Tode verurteilt. (Archivbild)

Der Mord am saudischen Regierungskritiker Jamal Khashoggi im Oktober 2018 in Istanbul hat Folgen: Fünf Menschen wurden in Riad zum Tode verurteilt. (Archivbild)

Im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi hat die Justiz in Saudi-Arabien Todesstrafen gegen fünf Angeklagte verhängt. Zwei ranghohe Berater von Kronprinz Mohammed bin Salman wurden hingegen entlastet.

Das teilte der Generalstaatsanwalt in Riad am Montag mit. Der für die "Washington Post" tätige Journalist Khashoggi war vergangenes Jahr im saudiarabischen Konsulat in Istanbul ermordet worden.

"Das Gericht hat Todesurteile gegen fünf Männer verhängt, die direkt an dem Mord beteiligt waren", hiess es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. Von den elf Angeklagten wurden ausserdem drei zu Gefängnisstrafen von insgesamt 24 Jahren verurteilt. Alle anderen wurden freigesprochen.

Freisprüche für enge Vertraute des Kronprinzen

Die Vorwürfe gegen Saud al-Kahtani, einem der engsten Vertrauten des Kronprinzen, wurden "wegen unzureichender Beweise" nicht aufrechterhalten. Auch der frühere Vize-Geheimdienstchef, Ahmed al-Assiri, wurde freigesprochen.

Die saudiarabische Staatsanwaltschaft hatte während der Ermittlungen gesagt, dass al-Assiri die Ermordung auf Anweisung des königlichen Medienberater al-Kahtani beaufsichtigt haben soll. Sowohl al-Assiri als auch al-Kahtani waren nach dem Mord an Khashoggi ihrer Ämter enthoben worden.

Unklare Rolle bin Salmans

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 in der Botschaft Saudi-Arabiens in Istanbul von einem Agententeam aus Saudi-Arabien ermordet worden. Uno-Ermittler fanden Hinweise auf eine Verwicklung des mächtigen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Dieser bestreitet jedoch jede Kenntnis von dem Plan zur Ermordung des Regierungskritikers.

Der Mord an Khashoggi hatte vergangenes Jahr weltweit für Schlagzeilen gesorgt und das Ansehen von Saudi-Arabien und seinem ehrgeizigen Kronprinzen erheblich beschädigt.

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