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Nach Rücktritt von Prinz Harry und Herzogin Meghan: Das erwarten Experten vom royalen Krisengipfel

Prinz Harry und Ehefrau Meghan wollen sich von royalen Pflichten zurückziehen.

Prinz Harry und Ehefrau Meghan wollen sich von royalen Pflichten zurückziehen.

Prinz Harry und dessen Ehefrau Meghan haben vor einer Woche ihren Rücktritt von royalen Pflichten bekanntgegeben. Königin Elizabeth hat für heute einen Krisengipfel einberufen. Experten erwarten allerdings höchstens eine Interimslösung.

Wenn sich der Weihnachtstrubel einmal gelegt hat, kehrt in die Grafschaft Norfolk rund ums Königsschloss von Sandringham normalerweise angenehme Ruhe ein. Nicht so in diesem Januar: Am Montag rief Königin Elizabeth II nicht nur ihren Thronfolger Charles und dessen Söhne William und Harry zu einem Krisengespräch zusammen. Vor dem Grundstück fuhren auch Dutzende von Journalisten aus aller Welt auf, um über den schwelenden Konflikt im britischen Königshaus zu berichten.

Vor knapp einer Woche hatten Prinz Harry (35) und seine Gattin Meghan (38) das Staatsoberhaupt (93) mit einer öffentlichen Mitteilung überrascht: Sie wollten ihre Rolle innerhalb der Monarchie verkleinern und zukünftig finanziell auf eigenen Füßen stehen. Vorausgegangen waren offenbar erste interne Gespräche, auch kursierte im Londoner Buckingham-Palast ein Ideenpapier des Herzogspaares von Sussex. Dass der Sechste der Thronfolge und seine Frau vor einer Einigung an die Öffentlichkeit gingen, habe die Queen «verletzt und zutiefst enttäuscht», hiess es im Palast.

Who is who – wir stellen die britische Königsfamilie vor:

Der Ende vergangener Woche noch geschürten Hoffnung auf eine rasche Lösung traten Sprecher des Buckingham-Palastes übers Wochenende entgegen. Zwar hat die Queen Palast-Insidern zufolge eine Klärung «binnen Tagen, nicht Wochen» gefordert; realistisch sei jedoch «nicht mehr als eine Interimslösung», glaubt der Adelsexperte William Hanson.

Wollen an Schirmherrschaften für Sport- und Wohltätigkeitsorganisationen festhalten

Harrys nächster Auftritt als Mitglied des Königshauses ist an diesem Donnerstag die Auslosung für die Rugby League-Weltmeisterschaft im Buckingham-Palast. An solchen Schirmherrschaften für Sport- und Wohltätigkeitsorganisationen scheinen Meghan und Harry festhalten zu wollen. Gleichzeitig wollen sie teilweise in Nordamerika leben; vor ihrer Heirat mit Harry arbeitete Meghan Markle jahrelang als Schauspielerin in Toronto, der grössten Stadt Kanadas.

Kaum eine frühere Kolonie gebärdet sich heutzutage treuer gegenüber dem Mutterland als das Land im Norden des amerikanischen Kontinents. 22 Mal hat Elizabeth II während ihrer 60-jährigen Amtszeit den Untertanen jenseits des Atlantiks einen Besuch abgestattet, stets wurde sie enthusiastisch bejubelt. 2011 führte die erste Auslandsreise des Prinzenpaares William und Kate wie selbstverständlich nach Ottawa, Quebec und Calgary.

Zu den diskutierten Möglichkeiten einer etwas veränderten Beschäftigung zählt offenbar eine führende Rolle im Commonwealth. Dem losen Bündnis gehören derzeit 53 Staaten an, darunter jene 16, deren Staatsoberhaupt Elizabeth II bis heute bleibt. Gemeinsam repräsentieren sie rund ein Viertel der Staaten auf der Erde mit insgesamt 2,4 Milliarden Einwohnern, von Giganten wie Kanada, Indien und Malaysia bis hin zu Zwergen wie die Pazifikstaaten Tonga (105'000 Einwohner) Kiribati (60'000) oder Tuvalu (8000). Die «königlichen Hoheiten», wie das Herzogspaar einstweilen anzusprechen ist, einen Teil des Jahres in Toronto anzusiedeln entspräche wohl kanadischem Interesse: Die selbstbewusste Ex-Kolonie gehört zu den grössten Geldgebern des Commonwealth.

Prinz William und Prinz Harry bestreiten Medienbericht

Nicht zuletzt aus Mangel an echten Neuigkeiten verlagerte sich die britische Debatte zu Wochenbeginn auf die Frage, wieweit die Londoner Medien zur Entfremdung des Duos von seiner royalen Rolle und von der Königsfamilie beigetragen haben. Scharf bestritten William und Harry einen Bericht der normalerweise seriösen Times, wonach sich der jüngere Bruder vom Dritten der Thronfolge gemobbt fühle. Dass es zwischen den beiden seit längerem eine Entfremdung gibt, ist längst offenes Geheimnis, nicht zuletzt bestätigt durch ein freimütiges TV-Interview Harrys im vergangenen Herbst. Der 35-Jährige verachte die Medien und wünsche sich ein normales Leben, glaubt der frühere Royal-Experte der BBC, Peter Hunt:

Hinter verschlossenen Toren: Königin Elisabeth II hat einen Krisengipfel im Königsschloss von Sandringham einberufen.

Hinter verschlossenen Toren: Königin Elisabeth II hat einen Krisengipfel im Königsschloss von Sandringham einberufen.

Beide Brüder machen bis heute uneingeschränkt die Paparazzi für den Tod ihrer Mutter Diana verantwortlich. Die 36-Jährige starb im August 1997 in Paris tatsächlich verfolgt von einer Pressemeute, sass aber unangeschnallt im Auto mit einem betrunkenen Raser am Steuer.

Das Leben von Queen Elizabeth in Bildern

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