Konflikt

Neuer Atombombentest? In Nordkorea ist ein Erdbeben der Stärke 3,4 gemessen worden

Ein Atombombentest könnte die Ursache des in Nordkorea gemessenen Erdbebens sein. (Archiv)

Ein Atombombentest könnte die Ursache des in Nordkorea gemessenen Erdbebens sein. (Archiv)

Inmitten wachsender Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang haben China, Südkorea und die USA am Samstag ein Erdbeben der Stärke 3,4 in Nordkorea gemeldet. Während die chinesische Erdbebenwarte vermutete, dass eine Explosion die Erschütterungen auslöste, sprach Südkoreas Wetterbehörde von einem «natürlichen» Beben.

Der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua und der US-Erdbebenwarte zufolge lag das Epizentrum ungefähr am selben Ort eines Bebens Anfang September, das von einem Atomtest ausgelöst worden war.

Nordkorea hatte am 3. September seinen bislang stärksten Atomwaffentest abgehalten. Das Ausland war damals durch ein Erdbeben der Stärke 6,3 darauf aufmerksam geworden. Später dann meldete Pjöngjang die "erfolgreiche" Zündung einer Wasserstoffbombe, die sich auch als Raketensprengkopf nutzen lasse.

Pjöngjangs sechster Atomwaffen- sowie eine Reihe weiterer Raketentests sorgten bei der internationalen Staatengemeinschaft für grosse Unruhe.

Als Reaktion auf den Atomtest verhängte der UNO-Sicherheitsrat vor knapp zwei Wochen weitere Strafmassnahmen gegen das weitgehend isolierte Land, darunter ein Einfuhrstopp nordkoreanischer Textilien sowie Obergrenzen für Lieferungen von Erdöl und Erdölerzeugnissen an das ostasiatische Land.

Die Resolution wurde auch mit den Stimmen von Pjöngjangs letzten Verbündeten Russland und China verabschiedet, nachdem sie erfolgreich eine deutlich abgemilderte Fassung durchgesetzt hatten: Beide Länder wollen Pjöngjang zum Einlenken im Atomstreit zwingen, aber einen Zusammenbruch des Landes vermeiden.

China schränkt Ölexport ein

China als Nordkoreas wichtigster Öllieferant begann am Samstag mit der Umsetzung der Strafmassnahmen: Laut dem Handelsministerium wird es den Export von Ölerzeugnissen nach Nordkorea ab dem 1. Oktober einschränken. Zudem würden alle Importe von nordkoreanischen Textilien gestoppt.

US-Präsident Donald Trump hatte Peking wiederholt vorgeworfen, nicht genügend Druck auf Pjöngjang auszuüben, damit es sein Atomwaffenprogramm aufgibt.

Mit einer kräftigen Erhöhung der Ölpreise hat Nordkorea offenbar bereits im Vorfeld auf die erwarteten Sanktionen reagiert. Nach Angaben von AFP stiegen die Preise in der Hauptstadt binnen zwei Monaten um rund 20 Prozent an und lagen damit doppelt so hoch wie noch zu Jahresbeginn.

Drohungen und Beschimpfungen

Seit Tagen versetzen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un die Welt mit immer schrilleren Wortgefechten und Drohungen in grosse Sorge. Trump nannte Kim einen "Verrückten" und drohte mit der völligen Vernichtung Nordkoreas, sollte es die USA oder seine Verbündeten angreifen.

Kim bezeichnete den US-Präsidenten seinerseits als "geistig umnachteten senilen Amerikaner", sein Aussenminister drohte zugleich mit Zündung einer Wasserstoffbombe ausserhalb des nordkoreanischen Territoriums. China und Russland riefen daraufhin beide Seiten auf, sich in ihrer Wortwahl zu mässigen.

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