Im Kurznachrichtendienst Twitter wurde am Mittwoch ein Foto des 14-jährigen Ahmed Mohamed in Handschellen innerhalb von Stunden tausendfach weiterverbreitet. Mohameds Schule und der Polizei in dem Ort Irving wurde Islamfeindlichkeit vorgeworfen.

Mohamed sagte den "Dallas Morning News", dass er mit dem selbstgebauten Wecker lediglich seine Lehrer beeindrucken wollte, als er diesen am Montag mitgebracht habe. "Mein Hobby ist es, Sachen zu erfinden", sagte er in einem Video, dass auf der Website der Zeitung veröffentlicht wurde. "Ich habe eine Uhr gemacht, doch sie haben es falsch verstanden, deswegen wurde ich wegen einer Bombenattrappe festgenommen", sagte er.

Er habe eine Leidenschaft für Technik und an seiner vorigen Schule in der Robotik-AG mitgemacht, sagte Mohamed. Auf seiner Highschool habe er von seinem zuständigen Lehrer jedoch nicht die erhoffte Anerkennung bekommen - stattdessen wurde er in Handschellen abgeführt und durfte nach eigenen Angaben während des Verhörs nicht seine Eltern verständigen. Nach seiner Freilassung habe er ein dreitägiges Schulverbot bekommen.

"Coole Uhr, Ahmed"

Im Internet wurde dem Jugendlichen eine Welle der Solidarität entgegengebracht, und auch US-Präsident Barack Obama stellte sich demonstrativ auf die Seite des 14-Jährigen. "Coole Uhr, Ahmed. Willst Du sie ins Weisse Haus bringen?", schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er fügte hinzu, die USA sollten "mehr Kinder wie Dich" dazu anspornen, sich für die Wissenschaft zu interessieren. "Das ist es, was Amerika gross macht".

Zuspruch erhielt der junge Bastler auch von Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton: "Unterstellungen und Angst schützen uns nicht - sie bremsen uns. Bleibe neugierig und baue weiter, Ahmed", twitterte die ehemalige Aussenministerin.

Dem Jugendlichen drohte zunächst ein Verfahren wegen Baus einer Bombenattrappe. Irvings Polizeichef Larry Bond sagte später jedoch, die Ermittlungen würden eingestellt, da hinter dem Bau der Uhr keine "bösartige Absicht" stehe.

Gleichzeitig wies Bond alle Vorwürfe gegen die Polizei zurück: Die Beamten hätten auch bei einem Nicht-Muslim so reagiert, die Uhr hätte "sehr verdächtig" ausgesehen. Auch dass Mohamed in Handschellen abgeführt und zum Verhör in eine Jugendstrafanstalt gebracht wurde, sei gängige Praxis.