Er wolle vor allem Dank sagen für den Einsatz der Männer und Frauen, sagte Obama am Sonntag in einer Rede vor Soldaten auf dem Stützpunkt Bagram. Er spreche auch für 300 Millionen US-Amerikaner, die die Truppen in der Heimat unterstützten und Stolz auf ihren Einsatz seien, sagte er. Es war Obamas erster Besuch in Afghanistan seit zwei Jahren.

In Afghanistan sind zurzeit noch etwa 32'000 US-Amerikaner stationiert. Obama will sie bis zum Jahresende aus dem Land abziehen - bis auf ein Restkontingent, das bei der Ausbildung der afghanischen Streitkräfte und beim Anti-Terror-Kampf helfen soll.

Damit sei die Kampfmission der US-Truppen am Jahresende erfolgreich beendet, sagte Obama unter dem Jubel der anwesenden Soldaten. Er erinnerte an den Beitrag der US-Truppen in Afghanistan zum Anti-Terror-Kampf gegen Al-Kaida und bei der Tötung des Terroristenführers Osama bin Laden. Er gedachte auch der etwa 2200 US-Bürger, die bei dem Einsatz ums Leben kamen.

Obama äusserte auch die Hoffnung, dass nach der Wahl eines neuen afghanischen Präsidenten ein Sicherheitsabkommen für die künftige Zusammenarbeit unterzeichnet werde. Afghanistans Präsident Hamid Karsai hatte ein solches Abkommen für den andauernden Ausbildungseinsatz der US-Truppen in seinem Land nicht unterzeichnet.

Er will das seinem Nachfolger überlassen. Im Juni geht in Afghanistan die Präsidentenwahl in die nächste Runde. Karsai konnte sich nicht ein weiteres Mal zur Wahl stellen.

Dank an die Truppen

Anders als bei Obamas letzter Afghanistan-Reise im Mai 2012 waren keine Treffen mit Politikern des Gastlandes geplant. Im Mittelpunkt des Besuches in Bagram stand vielmehr die Unterstützung für die eigenen Soldaten.

In den USA wird am Montag der Memorial Day begangen: Die US-Amerikaner gedenken der Männer und Frauen in Uniform, die im Dienst an der Nation ums Leben gekommen sind. Mit seiner Visite wolle der Präsident die Verdienste der Truppen in Afghanistan unterstreichen, verlautete aus dem Weissen Haus.

Vor wenigen Tagen hatte sich Obama erstmals zu einem seit längerem schwelenden Streit um den Tod von Veteranen eingeschaltet, die angeblich zu spät behandelt worden waren. Vor allem vor den Kongresswahlen im Herbst könnte die Kontroverse brisant werden. Die Frage der Stellung und der Behandlung von Kriegsveteranen in der Gesellschaft ist ein emotional aufgeheiztes Thema in den USA.