Sally Dowler beschrieb der Untersuchungskommission ihre Enttäuschung, als sie erfuhr, dass das Handy ihrer bereits toten Tochter im Auftrag der Zeitung abgehört worden war. Das Schicksal von Sally und Bob Dowler erschütterte die britische Öffentlichkeit nachhaltig.

Die Hoffnung der Eltern, ihre vermisste Tochter Milly lebe vielleicht noch, gründete darauf, dass die Mailbox des Handys, die sie regelmässig konsultierten, nur eine gewisse Zeit voll war. Während dieser Zeit war nur eine automatische Nachricht zu hören.

Nachdem aber der Detektiv Glenn Mulcaire in die Mailbox eingedrungen war und Nachrichten gelöscht hatte, war wieder die Ansage mit der Stimme des Mädchens zu hören. "Sie hat ihre Nachrichten abgehört, Bob!," rief Sally Dowler damals ihrem Mann nach eigenen Angaben zu. "Sie lebt!"

"Ich habe drei Tage lang nicht schlafen können", berichtete Dowler der von Premierminister David Cameron eingesetzten Kommission. Im Juni wurde der Serienmörder Levi Bellfield wegen des Mordes an Milly Dowler verurteilt.

Affäre weitet sich aus

Grant zählt ebenfalls zu den 5800 Abhöropfern, die über die Praktiken der inzwischen eingestellten Zeitung klagten. Bei seiner Aussage warf er auch Zeitungen, die nicht zum Imperium des Medienmoguls Rupert Murdoch gehören, vor, in sein Privatleben einzudringen.

Die Zeitung "Mail on Sunday" habe über seine Beziehung zu Jemima Khan 2007 berichtet und von Gesprächen mit einer Frau mit "affektierter Stimme" geschrieben. "Ich wüsste gerne, was ihre Quelle war, wenn es nicht das Abhören eines Telefongesprächs war", sagte Grant. Dem "Daily Mirror" warf er vor, sich seine Krankenprotokolle beschafft zu haben.

Prominente Zeugen

Weitere prominente Zeugen, die in dieser Woche vor der Kommission aussagen sollen, sind die Schauspielerin Sienna Miller, die Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling, Ex-Formel-1-Boss Max Mosley und der Vater der seit 2007 in den Ferien in Portugal vermissten Madeleine, Gerry McCann.

Der Untersuchungsausschuss soll zunächst Praktiken und Ethik der britischen Medien untersuchen. Im zweiten Teil der Untersuchung soll es dann um das Ausmass der illegalen Aktivitäten britischer Journalisten gehen. Vorher müssen aber die Ermittlungen der Polizei abgeschlossen sein.