Gregory, bislang Erzbischof von Atlanta, wird der erste Afroamerikaner an der Spitze des einflussreichen Erzbistums mit mehr als 600.000 Katholiken sein.

Gregory gilt als progressiv und steht den Positionen des Papstes nahe. Von 2001 bis 2004 hatte er den Vorsitz der US-Bischofskonferenz inne. In dieser Zeit wurde der erste Missbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche in Boston bekannt. Unter Gregorys Vorsitz wurde ein Kodex zum Schutz von Kindern erarbeitet.

Gregorys Vorgänger - Kardinal Donald Wuerl und der ehemalige Kardinal Theodore McCarrick - waren beide in Missbrauchsskandale verwickelt. Wuerl, der das Erzbistum seit 2006 geleitet hatte, trat nach Vorwürfen, er habe den jahrzehntelangen Missbrauch durch rund 300 Priester im Bundesstaat Pennsylvania vertuscht, zurück. McCarrick wurde sexueller Missbrauch Minderjähriger zur Last gelegt. Daraufhin wurde er von Papst Franziskus aus dem Klerikerstand entlassen.