Im Einsatz waren demnach 600 Sicherheitskräfte und Sanitäter. In dem slumartigen Lager leben seit Jahren Hunderte Menschen. Die meisten von ihnen arbeiteten ohne Papiere und unterbezahlt in den Olivenhainen und Orangenplantagen der Umgebung. Das Geschäft wird teils von der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta kontrolliert.

In San Ferdinando bei der Stadt Rosarno waren im vergangenen Jahr vier Flüchtlinge bei Bränden ums Leben gekommen. Nach dem Tod des 29-jährigen Senegalesen Moussa Ba hatte die Regierung in Rom angekündigt, das Lager abreissen zu lassen. Bas Leiche war nach einem Feuer in einem Wohnwagen gefunden worden. Hilfsorganisationen kritisieren seit Jahren die schlimmen Zustände - fliessendes Wasser und Strom gibt es nicht.

Die Organisation Ärzte für Menschenrechte (Medu) kritisierte nun, den Bewohnern sei nicht gesagt worden, wohin sie gebracht würden. Ohne einen genauen Plan für die Unterbringung der Menschen werde das Problem in San Ferdinando aber nicht gelöst. Stattdessen entstünden immer neue Ghettos.