«Keep on firing!»

Postfinance schlägt zurück: Grössere Server gegen Wikileaks-Hacker

So nannten die Hacker ihren Vergeltungsschlag gegen Postfinance.

«Operation: Payback»

So nannten die Hacker ihren Vergeltungsschlag gegen Postfinance.

Nachdem Postfinance das Konto von Julian Assange geschlossen hat, war die Webseite der Bank nun Ziel von Hackern. Seit über zehn Stunden geht fast nichts mehr auf der Webseite.

Am Montag hat die Postfinance bekannt gegeben, dass sie das Konto von Wikileaks-Gründer Julian Assange geschlossen hat. Als Grund führte sie an, dass Julian Assange für das Konto eine Adresse in Genf angegeben hat. Bei der Überprüfung habe sich herausgestellt, dass die Angaben falsch seien (azNetz berichtete).

Assange begründete sein Vorgehen damit, dass er in der Schweiz Flüchtling sei und deshalb keinen festen Wohnsitz hat. Deswegen hat er die Adresse eines Anwalts angegeben.

Web-Aktivisten, die sich für Wikileaks stark machen, attackieren seit rund zehn Stunden die Webseite von Postfinance, weil diese das Konto von Julian Assange geschlossen hat. Nachdem die Hacker am Samstag bereits Seiten von Paypal attackiert haben - der Dienst hatte zuvor ebenfalls ein Konto von Wikileaks geschlossen - ist nun Postfinance im Visier der Aktivisten.

Mit sogenannten DDoS-Attacken provozieren sie eine Überlastung einer Webseite. DDoS steht für Distributed Denial of Service, zu deutsch etwa verteilte Dienstblockade. Dabei wird die Seite mit Hilfe von Programmen über mehrere Computer zigtausendfach abgerufen. Sobald die Kapazitäten des Servers ausgeschöpft sind, kommt es für Nutzer zur erwähnten Serviceverweigerung: Anfragen können nicht mehr bearbeitet werden.

Gestartet wurde die Aktion am Montag abend gegen 19:30 Uhr. Über Twitter mobilisierten Hacker Mitstreiter und riefen zur «Operation: Payback» auf. «Keep on firing», heisst es dort unter anderem. Der Erfolg der Aktion sei offensichtlich. Informatiker der Post arbeiten unter Hochdruck an dem Problem. Gegen 11 Uhr war die Seite für einige Minuten wieder erreichbar.

Bis der Kampf gewonnen ist, dürfte es aber noch eine Weile dauern. Postfinance sei derzeit daran, die Kapazitäten zu erhöhen, um wieder einen Zugriff auf die Internetseite zu ermöglichen, sagt Sprecher Marc Andrey. Es habe diverse Reaktionen unter anderem von Kunden gegeben.

Weil DDoS-Attacken aber relativ einfach auszuweiten sind, ist noch unklar, inwiefern der Ausbau der Serverkapazitäten etwas an der Situation verändern kann.

Mastercard sperrt Zahlungen

Die Luft wird unterdessen für den untergetauchten Julien Assange immer dünner: Das Kreditkartenunternehmen Mastercard hat Zahlungen an die Enthüllungsplattform Wikileaks gesperrt. Das berichtete die Nachrichten-Website CNET unter Berufung auf einen Sprecher der Firma.

Grund für das Vorgehen sei die Regel, wonach Kunden gesperrt würden, die "illegale Handlungen direkt oder indirekt unterstützen oder erleichtern", sagte der Sprecher demnach.

Am Wochenende hatte bereits der Internet-Bezahldienst PayPal Zahlungen an Wikileaks gesperrt. Am Montag schloss die Schweizer PostFinance ein Konto von Assange, auf das Spendengelder geflossen waren.

Die britische Polizei erhielt zudem laut einem Bericht der BBC einen überarbeiteten internationalen Haftbefehl aus Schweden, mit dem sie den in Grossbritannien vermuteten Australier festnehmen kann. (mik/sda)

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