Burkina Faso

Präsidialgarde setzt Präsident und Premier von Burkina Faso fest

Blaise Compaoré, der vor fast einem Jahr nach 27 Jahren Herrschaft gestürzt wurde (Archiv)

Blaise Compaoré, der vor fast einem Jahr nach 27 Jahren Herrschaft gestürzt wurde (Archiv)

Weniger als einen Monat vor der geplanten Parlamentswahl ist Burkina Faso erneut in eine schwere politische Krise gestürzt: Die Präsidialgarde (RSP) setzte am Mittwoch Interims-Staatschef Michel Kafando sowie Regierungschef Isaac Zida fest.

Die Prätorianergarde des vor einem Jahr gestürzten Präsidenten Blaise Compaoré stürmte eine Kabinettssitzung im Präsidentschaftspalast und hielt Kafando und Zida danach als Geiseln, wie der Präsident des Übergangsparlaments mitteilte. Über Forderungen der Geiselnehmer war bis zum späten Abend nichts bekannt.

Vor dem Präsidentschaftspalast versammelten sich am Abend hunderte Demonstranten und warfen der Präsidialgarde einen versuchten Militärputsch vor. Sie riefen "Nieder mit der RSP" und forderten die Freilassung der Geiseln.

Gegen 19.00 Uhr waren Schüsse zu hören. Ob mit scharfer Munition geschossen wurde und ob es Opfer gab, war nicht in Erfahrung zu bringen. Auch Frankreich rief die RSP auf, ihre Geiseln sofort wieder freizulassen. Paris sei besorgt über die Entwicklungen in Ouagadougou, teilte das Aussenamt mit.

Compaoré war im vergangenen Oktober nach 27 Jahren an der Spitze des westafrikanischen Landes gestürzt worden: Unter dem Druck von Massenprotesten gegen eine Verfassungsänderung, mit der er sich eine weitere Amtszeit sichern wollte, musste er schliesslich zurücktreten.

Für den 11. Oktober sind Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Burkina Faso geplant, die eigentlich die Übergangsphase beenden sollten.

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