Ukraine

Prorussische Separatisten schiessen Militärmaschinen in Ukraine ab

Ein Helikopter des Typs Mi-24 der ukrainischen Armee

Ein Helikopter des Typs Mi-24 der ukrainischen Armee

Prorussische Separatisten haben in der umkämpften Ostukraine nach eigener Darstellung erneut drei Militärmaschinen abgeschossen. Der ukrainische Sicherheitsrat in Kiew bestätigte am Mittwochabend zunächst nur den Abschuss eines Kampfjets vom Typ Suchoi Su-25. Das Schicksal der Piloten sei unklar.

Die Aufständischen in der nicht anerkannten Volksrepublik Lugansk sprachen zudem von Abschuss zweier Militärhelikopter vom Typ Mi-24. Die prorussischen Kräfte schiessen seit Wochen auf die Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe.

Am Mittwochabend geriet das Zentrum der ostukrainischen Grossstadt Donezk erneut unter Mörserbeschuss In der Nähe des Fussballstadions Schachtar Donezk schlugen mehrere Geschosse ein, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Dabei wurden beträchtliche Schäden angerichtet, mindestens ein Mensch wurde verletzt. Unklar war zunächst, wer für die Schüsse verantwortlich war. Die Separatistenhochburg Donezk ist seit Wochen heftig umkämpft.

Hoher Blutzoll

Das Gebiet um Donezk wird derzeit heftig umkämpft. In der Region wurden bei Gefechten zwischen Aufständischen und Soldaten binnen 24 Stunden 34 Zivilisten getötet, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Nach Behördenangaben gelang es, die Wasserversorgung in der Region nach zwei Tagen Unterbrechung wiederherzustellen.

Eine Einwohnerin berichtete, dass in der östlich von Donezk gelegenen Stadt Makijiwka ebenfalls weiter gekämpft werde. Die Stadt mit einst 360'000 Einwohnern steht seit Montag unter schwerem Beschuss. Am Mittwoch floss in Makijiwka nach Angaben eines Augenzeugen zumindest wieder Wasser.

Noch einmal weiter östlich von Donezk gewannen die Regierungstruppen nach Angaben der Nationalgarde fast vollständig die Kontrolle über die Kleinstadt Ilowajsk zurück.

Nachdem die Armee am Dienstag nach eigenen Angaben "Strassenkämpfe" im Zentrum der Rebellenhochburg Lugansk führte, gingen dort die Gefechte den örtlichen Behörden zufolge in der Nacht weiter. Die Industriestadt mit zuvor 420'000 Einwohnern ist seit zwei Wochen von der Versorgung mit Wasser und Strom abgeschnitten.

Vom Nachschub abschneiden

Die ukrainische Armee kündigte am Mittwoch eine Neuausrichtung ihrer Strategie an. Die Hauptbemühungen der Streitkräfte zielten darauf ab, die von den Rebellen gehaltenen Gebiete von der Versorgung mit Waffen und Kämpfern aus Russland zu isolieren, teilte der für die Kämpfe im Osten verantwortliche Generalstab der Armee mit.

Diese Strategie war am Montag vom ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko angeordnet worden. Zuvor hatte Poroschenko Angaben der Rebellen bestätigt, wonach 1200 Kämpfer von Russland aus zu den Separatisten gestossen seien.

Die russische Armee kündigte am Mittwoch an, eine weitere Militärübung abhalten zu wollen. Das Manöver finde in der südrussischen Region Astrachan statt, sagte Armeesprecher Igor Klimow der Nachrichtenagentur Interfax. Die Region liegt mehrere hundert Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Bei dem Manöver sollen verschiedene Raketensysteme getestet werden.

Treffen Putin-Poroschenko

Russland hielt seit Beginn des Ukraine-Konflikts bereits mehrere Militärübungen ab. Kiew wertet die Manöver als Drohgebärden Moskaus. Der russische Präsident Wladimir Putin soll kommende Woche in der weissrussischen Hauptstadt Minsk mit dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko zusammentreffen. Zuvor reist die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag nach Kiew, um mit der ukrainischen Regierung über die Krise zu beraten.

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