Myanmar

Rohingya-Flüchtlinge erinnern an ihre Vertreibung vor einem Jahr

Rohingya-Flüchtlinge beim Gedenk-Gebet in einem Flüchtlingslager in Bangladesch.

Rohingya-Flüchtlinge beim Gedenk-Gebet in einem Flüchtlingslager in Bangladesch.

Ein Jahr nach dem Beginn der Militäreinsätze gegen die muslimische Rohingya-Minderheit in Myanmar haben tausende Flüchtlinge im Nachbarland Bangladesch gegen ihre massenhafte Vertreibung protestiert.

Mehrere Tausend Rohingya beteiligten sich in den Flüchtlingslagern am Samstag an Protestzügen und Demonstrationen. "Wir wollen Gerechtigkeit von der Uno", riefen die Demonstranten in Sprechchören. "Nie wieder: Rohingya-Völkermord-Gedenktag. 25. August 2018", stand auf einem Plakat.

Im mehrheitlich buddhistischen Myanmar - vormals Burma - wird die Minderheit der Rohingya seit Jahrzehnten unterdrückt. Vor einem Jahr war die Lage eskaliert, als Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit umfassender Gegengewalt und zerstörte zahlreiche Rohingya-Dörfer.

Rund 700'000 Rohingya flüchteten ins benachbarte Bangladesch. Flüchtlinge berichteten von Exekutionen und Vergewaltigungen. Die Uno stufte das Vorgehen gegen die Rohingya als "ethnische Säuberung" ein. Im März sprach die Uno-Sonderberichterstatterin für Myanmar, Yanghee Lee, von einem "Völkermord".

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen wurden allein im ersten Monat der Gewalt 6700 Rohingya getötet.

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