Saudi-Arabien

Saudi-Arabien sagt sich von traditionellen Strafen des Islams los

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman treibt die gesellschaftlichen Reformen in seinem konservativen Königreich weiter voran - nunmehr dürfen die bisher üblichen Stockhiebe nicht mehr als Strafe verhängt werden. (Archivbild)

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman treibt die gesellschaftlichen Reformen in seinem konservativen Königreich weiter voran - nunmehr dürfen die bisher üblichen Stockhiebe nicht mehr als Strafe verhängt werden. (Archivbild)

In Saudi-Arabien ist das Auspeitschen als Strafe künftig verboten. Dies hat der oberste Gerichtshof des Königreichs entschieden, wie die Menschenrechtskommission des Landes am Sonntag auf Twitter mitteilte. Zudem gab es eine weitere überraschende Änderung.

Der Gerichtshof wies die Strafrichter des autoritär regierten Golfstaates in Bezug auf das Auspeitschen an, stattdessen Geld- oder Haftstrafen zu verhängen. Weiter hiess es, der Entscheid sei Teil des von König Salman und Kronprinz Mohammed eingeleiteten Reformprozesses in Menschenrechtsfragen.

Nach dem Auspeitschen schaffte Saudi-Arabien auch völlig überraschend die Todesstrafe für Minderjährige ab. Ein entsprechendes Dekret habe das Königshaus erlassen, teilte am Sonntagabend die Menschenrechtskommission der Regierung weiter mit. Die Todesstrafe werde nicht mehr gegen Angeklagte verhängt, die zum Tatzeitpunkt minderjährig waren, hiess es. Höchststrafe für Verbrechen von Minderjährigen sei stattdessen nunmehr eine zehnjährige Haft in einem Jugend-Gefängnis.

Das Auspeitschen ist in Saudi-Arabien bisher eine gängige Strafe für verschiedene Vergehen. So wurde etwa der Blogger Raif Badawi 2015 zu einer Haftstrafe und 1000 Stockhieben verurteilt, weil er den Islam beleidigt haben soll. Tatsächlich erhielt er am Ende nur 50 Hiebe, weil er gesundheitlich angeschlagen war. Auch die Todesstrafe für Minderjährige ist generell im Islam nichts Seltenes.

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