Tokajew will mit der Massnahme offenbar die Protestbewegung besänftigen, die nach seiner Wahl für Kasachstan ungewöhnliche Kundgebungen mit 4000 Festnahmen hervorbrachte.

Die Entscheidung Tokajews sieht vor, dass Schulden bis zu umgerechnet rund 700 Euro erlassen werden. 255'000 Einwohner sollen unmittelbar schuldenfrei sein, hunderttausende weitere sollen einen Teil ihrer Schulden loswerden. Die Neuvergabe von Krediten an Einwohner, die unterhalb des Existenzminimums leben, wurde verboten.

Die Wahl Tokajews Anfang Juni ging mit Protesten und mehr als 4000 Festnahmen einher. Knapp tausend Menschen wurden wegen ihrer Teilnahme an den Protesten zu Gefängnis oder anderen Strafen verurteilt.

Tokajew, der von 2011 bis 2013 Generaldirektor des Uno-Sitzes in Genf war, ist der Wunsch-Nachfolger des langjährigen Staatschefs Nursultan Nasarbajew. Dieser hatte die Ex-Sowjetrepublik seit 1991 geführt und war im März überraschend zurückgetreten.