Das US-Verteidigungsministerium dankte am Samstag dem Sultanat auf der arabischen Halbinsel für "seine humanitäre Geste und die Bereitschaft, die andauernden Bemühungen des USA zur Schliessung der Haftanstalt von Guantánamo Bay" zu unterstützen.

Omans Aussenministerium erklärte, die Männer seien "vorübergehend" aufgenommen worden. Wie lange sie dort bleiben und wohin sie anschliessend gebracht werden sollen, blieb unklar.

Derzeit werden noch 116 Insassen in Guantánamo festgehalten. Zuletzt hatten die USA im Januar fünf Häftlinge aus dem Gefängnis auf einem US-Militärstützpunkt in Kuba freigelassen. Vier von ihnen wurden vom Oman aufgenommen, einer wurde nach Estland gebracht. 2014 waren insgesamt 28 Guantánamo-Insassen aus der Haft entlassen worden.

Schliessung stösst auf Widerstand

US-Präsident Barack Obama bemüht sich seit seinem Amtsantritt Anfang 2009, Guantánamo zu schliessen. Er stösst dabei aber auf Widerstand im US-Kongress, der die Verlegung von Häftlingen in die USA als Risiko für die nationale Sicherheit ablehnt.

Die Freilassung von Häftlingen, die von den US-Behörden als ungefährlich eingestuft wurden, stösst ebenfalls auf Schwierigkeiten. Vielfach können sie nicht in ihre Heimatländer überstellt werden, da ihnen dort Haft, Folter oder Tod drohen. Nur wenige Länder sind bereit, die Insassen aufzunehmen.

Auch Unschuldige inhaftiert

US-Präsident George W. Bush hatte das Gefangenenlager nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eingerichtet, um Verdächtige aufzunehmen, die im Zuge des Kriegs gegen den Terror festgenommen wurden.

Das vom Militär betriebene Lager stiess international auf scharfe Kritik, da die meisten Häftlinge seit ihrer Inhaftierung ohne Prozess oder Urteil festgehalten werden. Zahlreiche Häftlinge blieben auch noch in Haft, nachdem die US-Behörden zu dem Schluss gekommen waren, dass sie sich keiner strafbaren Taten schuldig gemacht hatten und keine Gefahr darstellten.