Somalia

Sechs Tote bei Nahrungsmittelverteilung in Mogadischu

Menschen in einem Flüchtlingslager in Mogadischu

Menschen in einem Flüchtlingslager in Mogadischu

In der somalischen Hauptstadt ist es nach Augenzeugenberichten bei der Verteilung von Hilfsgütern zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen. Ein Soldat erschoss demnach am Donnerstag sechs Menschen.

Zahlreiche Menschen hätten in Mogadischu stundenlang Schlange gestanden, um Nahrungsmittelhilfe zu erhalten. Schliesslich hätten sie die Wachposten bedrängt und Nahrungsmittel davongetragen.

Die Wachen hätten versucht, die Menge mit Gewehrkolben zurückzuschlagen und dann das Feuer eröffnet. Einige hätten in die Luft geschossen, einer direkt in die Menge. Der Augenzeuge Sharif Haji Hassan sagte, er habe fünf Tote und viele Verletzte gesehen.

Humanitäre Lage verschlimmert

Laut den Berichten waren alle Opfer vor der Dürre- und Hungerkatastrophe im Land in die Hauptstadt geflohen. Die humanitäre Lage in Somalia hat sich durch die seit Monaten andauernde schwere Dürre weiter verschärft.

Unter Lebensmittelknappheit leiden am Horn von Afrika derzeit insgesamt rund 12,4 Millionen Menschen. In Somalia wurden sechs südliche Regionen zu Hungersnot-Zonen erklärt. Daneben sind Teile von Äthiopien, Dschibuti, Kenia und Uganda betroffen.

Nach UNO-Angaben starben in den vergangenen Monaten tausende Menschen an Hunger, hunderttausende flohen in die Nachbarländer. 750'000 Menschen seien vom Tod bedroht, erklärte die UNO am Montag.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1