Streik am Strand

Streik an italienischen Stränden sorgt für leere Liegestühle

Streikender Bademeister vor leeren Stühlen am Strand von Diano Marina an der Riviera

Streikender Bademeister vor leeren Stühlen am Strand von Diano Marina an der Riviera

Ausgerechnet in der Hauptferienzeit streiken in Italien landesweit die Betreiber von Badestränden. 30'000 Strandbäder blieben am Freitag drei Stunden lang geschlossen. Es waren weder Bademeister zu sehen noch wurden Liegen oder Sonnenschirme aufgestellt.

Die Betreiber der Strandbäder wollten damit gegen die Regierung von Mario Monti in Rom protestieren. Diese übt ihrer Ansicht nach zu wenig Druck auf die EU aus, um eine eine Revision der sogenannten Bolkenstein-Richtlinien zu erreichen. Das EU-Gesetz sieht vor, dass ab 2016 alle Lizenzen für Strandbäder versteigert werden müssen.

"Mit diesem Protest rufen wir die Regierung Monti zu Massnahmen auf, welche die 600'000 Arbeitnehmer unserer Branche unterstützen sollen. Strandbäder sind seit jeher ein Spitzenelement des italienischen Tourismus und sollten aktiv unterstützt werden", sagte ein Sprecher des Verbands der Strandbäderbetreiber SIB. Wer in der Branche investiere, habe das Recht auf langfristige Lizenzen.

"Das ist nur die erste einer Reihe von Protestaktionen gegen eine Regierung, die unsere Interessen in Europa nicht verteidigt. Dabei sind wir ohnehin schon durch die schwere Krise im Tourismusbereich belastet", klagte der Sprecher der Strandbäderbetreiber, Graziano Giannessi.

Tankstellenpächter sagen Streik ab

Im Gegensatz zu den Badbetreibern sagten die Tankstellenpächter einen für Freitag geplanten Streik ab. Sie hatten Protestaktionen gegen die vom Kabinett beschlossene Liberalisierung angekündigt.

Nach Angaben der Regierung wäre der Streik nicht legal gewesen, denn in der Hauptferienzeit sei in Italien eine Schliessung der Tankstellen nicht erlaubt. Darauf wurde der Arbeitsausstand abgesagt.

Hintergrund des Protests sind Regierungspläne, den Tankstellen-Markt für andere Anbieter zu öffnen. Mehr Konkurrenz führe zu niedrigeren Preisen, argumentiert die Regierung Monti.

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