Syrien

Syriens Diktator Assad will sich mit Russen-Rambos retten

Syriens Diktator Assad beim Interview mit den russischen Journalisten.

Syriens Diktator Assad beim Interview mit den russischen Journalisten.

Assads Propaganda setzt auf die russischen Truppen. Die Bevölkerung traut der eigenen Armee nichts mehr zu. In einem TV-Interview sagt Assad zudem: «Der Westen muss aufhören, Terroristen zu unterstützen.»

Wenige Tage nach der Landung auf dem Flughafen von Latakia, der mit Hochdruck zu einem Luftwaffenstützpunkt umgebaut wird, sind russische Soldaten und Militärberater in Frontstellungen der syrischen Armee bei Homs, Hama und Damaskus verlegt worden.

Um die verunsicherte Bevölkerung zu beruhigen, wird ihre Präsenz sowie das mitgebrachte Militärgerät, von dem man sich Wunderdinge verspricht, mit Handyfilmchen dokumentiert und in den sozialen Medien veröffentlicht.

Auch das Staatsfernsehen sowie regierungsnahe Websits zeigen fast jeden Tag die an der syrischen Mittelmeerküste landenden Riesentransporter der Roten Armee oder Bilder von russischen Rambo-Typen im Kreise schmächtiger syrischer Infanteristen.

Ohne russische Unterstützung, lautet die Botschaft, wären sie verloren. Mit Rückendeckung aus Moskau könnte es dagegen gelingen, das vom Regime kontrollierte «Rest-Syrien», etwa ein Fünftel des Gesamtterritoriums, zu stabilisieren. In den Millionenstädten Damaskus, Aleppo, Homs und Hama sowie an der Mittelmeerküste leben noch immer knapp 12 Millionen Menschen.

Nach übereinstimmenden Berichten aus Damaskus und Beirut haben Zehntausende von Syrern die von Assads Armee und Milizen gehaltenen Gebiete in den letzten Wochen verlassen. Die Menschen hätten den Glauben in Kampfkraft und Stärke der regulären Streitkräfte verloren. Die Armee, die in Rest-Syrien populärer ist als das Regime, heisst es, sei nicht mehr in der Lage, die Bevölkerung gegen die anstürmenden Dschihadisten zu verteidigen.

Hier beschuldigt Assad den Westen, Terroristen zu unterstützen und gibt ihm Mitschuld an der Flüchtlingskrise

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Assad gibt Schuld dem Westen

In einem Fernsehinterview mit russischen Journalisten versucht Assad derweil, die Flüchtlingskrise für seine Zwecke zu nutzen. Er wirft den europäischen Regierungen vor, sich erst jetzt für die Gewalt in Syrien zu interessieren, und gibt ihm die Schuld am gegenwärtigen Flüchtlingselend. Assad: «Der Westen muss aufhören, Terroristen zu unterstützen.»

Hier sagt Assad, dass es keine Einigung geben kann, solange sich die Aufständigen nicht ergeben

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Ob Putin mit seiner Intervention der syrischen Armee den Rücken stärken und so den Zerfall von Rest-Syrien verhindern kann, wird sich erst in einiger Zeit zeigen.

Pessimisten erwarten, dass Moskau lediglich das Gleichgewicht des Schreckens wiederherstellen und die Teilung von Syrien in Kleinstaaten zementieren wird. Eine zumindest kleine Chance als (Rumpf)-Staat zu überleben, hätte Syrien dagegen, wenn Russland Assad als zeitlich begrenzte Übergangslösung akzeptieren würde.

Alarmiert sind vor allem die arabischen Golfstaaten und Saudi-Arabien. Sie haben Milliarden in den Sturz des Regimes investiert. Der Westen mache einen tragischen Fehler, wenn er Assad nicht mehr als Ursache des Terrors betrachte und ihn jetzt mit russischer und iranischer Unterstützung als Gegengewicht zur Terrorbekämpfung einzusetzen versuche, schreibt die in Abu Dhabi erscheinende Zeitung «The National».

Das ganze Interview mit Syriens Präsident, Bashar Assad

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