Viele Teilnehmer schwenkten dabei die spanische Nationalflagge. Dem Protestzug hatten sich auch namhafte Politiker der Region angeschlossen. Zu der Kundgebung hatte die Zivilbewegung "España y Catalans" zusammen mit 150 Organisationen und Bürgerplattformen aufgerufen. Die Organisatoren schätzten die Teilnehmerzahl am Nachmittag auf 300'000, die örtliche Polizei bezifferte sie mit 65'000.

Bereits im vergangenen Jahr hatten am 8. Oktober - eine Woche nach dem verfassungswidrigen Unabhängigkeitsreferendum in der Region - erstmals Hunderttausende Katalanen gegen die Abspaltungsbestrebungen protestiert.

Die Bewohner der Region sind traditionell gespalten zwischen denen, die sich die Unabhängigkeit von Madrid wünschen und solchen, die sich für die Einheit des Landes einsetzen.

Seit dem Referendum sind die Beziehungen zwischen Madrid und Barcelona schwer angeschlagen. Mehrere Spitzenpolitiker sitzen weiterhin wegen des Vorwurfs der Rebellion in U-Haft, andere sind ins Ausland geflohen, darunter Ex-Regionalchef Carles Puigdemont.

Jedoch bemüht sich die Sozialistenregierung von Pedro Sánchez seit dem Sommer um Entspannung und einen Dialog mit der Regionalregierung von Quim Torra.