Kommentar

Trump hat längst noch nicht verloren

Donald Trump abzuschreiben, wäre ein Fehler.

Donald Trump abzuschreiben, wäre ein Fehler.

Die meisten Umfragen sehen Donald Trump klar hinter seinem Konkurrenten Joe Biden im Rennen um das Weisse Haus - doch es gibt einen Faktor, der für den Präsidenten spricht.

Zu den faszinierendsten Aspekten der Präsidentschaft von Donald Trump gehört, dass auch seine politischen Gegner der Meinung sind, er sei unbesiegbar. So sagten in einer kürzlich publizierten Umfrage 56 Prozent der Befragten, dass Trump die Wahl in vier Wochen gewinnen werde – obwohl doch sämtliche seriöse Umfragen seinen Kontrahenten Joe Biden vorne sehen.

Für dieses Misstrauen gibt es eine Erklärung: die Wahl im Jahr 2016. Auch damals hätten die Umfragen gezeigt, dass Trump chancenlos sei, sagen Freund und Feind. Diese Darstellung allerdings trifft nicht zu. Nationale Meinungsumfragen sagten das Resultat der Präsidentenwahl vor vier Jahren ziemlich genau voraus: Trump erzielte landesweit deutlich weniger Stimmen als Kontrahentin Hillary Clinton.

Trump-Anhängerin vor dem Walter Reed-Spital in Washington: Seine Fans halten nach wie vor zum Präsidenten.

Trump-Anhängerin vor dem Walter Reed-Spital in Washington: Seine Fans halten nach wie vor zum Präsidenten.

In letzter Minute die Mehrheit gewonnen

Was die Demoskopen nicht kommen sahen, war ein Meinungswandel in buchstäblich letzter Minute, der das Rennen in gleich drei Bundesstaaten – Pennsylvania, Wisconsin und Michigan – hauchdünn zu Gunsten von Trump entschied.

Kann der Präsident die anstehende Wahl erneut mit ähnlichen Mehrheiten gewinnen? Ja, keine Frage. Auch ist es nicht ausgeschlossen, dass er in der Schlussphase des Rennens um das Weisse Haus politisch von seiner Infizierung mit dem Coronavirus profitieren wird. Aber es stimmt eben auch, dass er in Umfragen in den entscheidenden Staaten einen deutlichen Rückstand aufweist.

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