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#Uhrengate: SPD-Staatssekretärin trägt Rolex und erntet einen Shitstorm

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, ihres Zeichens Sozialdemokratin, trägt eine Armbanduhr der Edelmarke Rolex.

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, ihres Zeichens Sozialdemokratin, trägt eine Armbanduhr der Edelmarke Rolex.

«Dürfen Sozen Rolex tragen?» Diese Frage sorgt in Deutschland gerade für ordentlich Gesprächsstoff. Der Grund: Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, ihres Zeichens Sozialdemokratin, trägt eine Armbanduhr der Edelmarke Rolex.

Auf einem Foto der 40-Jährigen von 2014 wurde die Uhr entdeckt. Chebli ist Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales.

Tatsächlich passt die Uhr nicht gerade in ein Hartz-IV-Budget. Die Datejust 36 kostet etwa 7300 Euro – das entspricht 18 Hartz-IV-Regelsätzen. Das Thema breitete sich in den Sozialen Medien schnell aus. Die kölsche Lebensweisheit «Man muss auch gönnen können» wird dabei ausser Acht gelassen. Auf Twitter läuft der Schlagabtausch unter den Hashtags #Uhrengate und #Rolex.

Schnell wurde auch darüber diskutiert, warum bei Männern derartige Statussymbole nie kritisiert werden. Scheinbar sind die Zeiten eines Kanzlers Schröder, der gern in Massanzügen und mit dicken Zigarren posierte, in der SPD vorbei. Bescheidenheit ist angesagt. Der Ruf, der Vertreter der «kleinen Leute» zu sein, stehe für die SPD auf dem Spiel. So sehen es jedenfalls einige SPD-Kritiker.

Chebli schlägt auf Twitter zurück. Klar ist jedoch, sich als SPD-Politikerin mit einer Uhr fotografieren zu lassen, die sich die meisten Wähler der Partei nicht leisten können, ist einfach etwas ungeschickt. Der PR-Schaden ist jedenfalls da.

Viele Twitter-User verteidigen Sawsan Chebli jedoch und sehen in der überhitzten Debatte einen Sturm im Wasserglas. Nicht wenige machen sich mit humoristischen Beiträgen über die allgemeine Empörung lustig.

(mik)

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