US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember angekündigt, alle 2000 US-Soldaten aus Syrien abzuziehen - mit der Begründung, der IS sei dort bezwungen.

Votel sagte dem Fernsehsender CNN am Freitag mit Blick auf diese Entscheidung: "Ich hätte das nicht vorgeschlagen, offen gesagt." Das Kalifat des "Islamischen Staates" (IS) verfüge weiter über Anführer, Kämpfer, Unterstützer und Ressourcen. Deshalb sei fortdauernder militärischer Druck gegen das Netzwerk nötig.

Um den IS für besiegt erklären zu können, müsse gesichert sein, dass die Terrororganisation nicht die Fähigkeiten besitze, Anschläge auf die USA oder seine Verbündeten zu planen oder zu steuern, sagte Votel. Er betonte aber: "Sie haben weiter diese sehr mächtige Ideologie, also können sie inspirieren."

Er mahnte auch, die von Kurden angeführten und von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) bräuchten weiter Hilfe im Kampf gegen den IS. Vor wenigen Tagen hatten sie eine Offensive auf die letzte IS-Bastion in Syrien begonnen.

"Viele tolle Meldungen"

Trump wiederum erklärte am Freitag vor Journalisten im Weissen Haus, es gebe "viele tolle Meldungen" zu Syrien und "unserem Erfolg bei der Auslöschung des Kalifats". Er stellte dabei in Aussicht, den Sieg über den IS innerhalb der bevorstehenden 24 Stunden verkünden zu können.

Landminen und Tunnel behindern allerdings die Offensive der von den USA unterstützten Rebellen gegen die letzte Bastion der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat im Osten Syriens. Die grosse Zahl an Minen und Tunneln habe es den Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) bislang unmöglich gemacht, die komplette Kontrolle über das kleine IS-Rückzugsgebiet zu übernehmen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit.

Verbliebene Dschihadisten starteten weiter sporadische Angriffe gegen SDF-Stellungen rund um die Ortschaft Baghus. "IS-Kämpfer lehnen es ab, sich zu ergeben, und setzen sich weiter zur Wehr", sagte SDF-Sprecher Adnan Afrin der Nachrichtenagentur AFP. Die Dschihadisten hätten unter anderem versucht, aus Hinterhalten und mit Sprengstoff beladenen Motorrädern SDF-Kämpfer zu töten.

Internationale Irritationen

Trumps Ankündigung des Abzugs aus Syrien hatte national wie international grosse Irritationen ausgelöst. Einen Zeitplan dafür hat er bislang nicht vorgelegt. Nach viel Kritik war Trump zwischenzeitlich davon abgerückt, dass der IS bereits komplett besiegt sei.

Bei einem Aussenministertreffen der Anti-IS-Koalition in Washington am 7. Februar hatte er aber verkündet, er rechne in naher Zukunft mit einer vollständigen Rückeroberung des einst vom IS gehaltenen Geländes in Syrien und dem Irak.