Afghanistan

Verletzte bei Taliban-Angriff auf Hilfsorganisation in Kabul

Nach einer Explosion bei der Einrichtung einer internationalen NGO steht eine Rauchsäule über der afghanischen Hauptstadt Kabul - die Taliban bekannten sich zu dem Angriff.

Nach einer Explosion bei der Einrichtung einer internationalen NGO steht eine Rauchsäule über der afghanischen Hauptstadt Kabul - die Taliban bekannten sich zu dem Angriff.

Bei einem Angriff auf den Sitz einer internationalen Hilfsorganisation in Kabul sind am Mittwoch zahlreiche Menschen verletzt worden. Nach offiziellen Angaben stürmten Taliban-Kämpfer das Gelände, auf dem die Organisation Counterpart International ihr Gebäude hat.

Begonnen hatte die Attacke mit einer schweren Explosion. Nach Angaben des afghanischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens neun Menschen verletzt, über Kabul war eine schwarze Rauchwolke zu sehen.

"Einige Angreifer sind auf das Gelände der NGO vorgedrungen", sagte der Sprecher des afghanischen Innenministeriums, Nasrat Rahimi. Die Polizei habe das Gebiet umzingelt und sei derzeit dabei, es zu räumen.

Augenzeugen berichteten, die Explosion habe umliegende Gebäude erschüttert und Fensterscheiben bersten lassen. Ein Mann, der in der Nähe arbeitet, sagte, er habe Schüsse und die Explosion von Granaten gehört.

Ziel des Angriffs war nach Angaben des Innenministeriums die Hilfsorganisation Counterpart International. In der Nähe des Ortes befindet sich auch das Büro der Generalstaatsanwaltschaft.

Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff und erklärten ihrerseits, Ziel sei Counterpart International gewesen. Ein Talibansprecher bezeichnete im Kurzbotschaftendienst Twitter die Aktivitäten von Counterpart International in Afghanistan als "schädlich" und warf der Organisation Nähe zur US-Entwicklungsbehörde USAID vor.

Trotz der Friedensgespräche der USA mit den Taliban reisst die Gewalt in Afghanistan nicht ab. Zum Abschluss der Stammesversammlung Loja Dschirga hatte der afghanische Präsident Aschraf Ghani die Taliban zuletzt aufgerufen, einer Waffenruhe zu Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan zuzustimmen. Die Islamisten lehnten dies aber ab.

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