Brasilien

Zahl der Militärs in zivilen Ämtern verdoppelt sich unter Bolsonaro

Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Bolsonaro ist ein glühender Anhänger des Militärs. Fast jeder vierte Minister in seinem Kabinett gehört den Streitkräften an.  (Archivbild)

Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Bolsonaro ist ein glühender Anhänger des Militärs. Fast jeder vierte Minister in seinem Kabinett gehört den Streitkräften an. (Archivbild)

Die Zahl der Militärs, die in Brasilien zivile Ämter in Regierung und Behörden innehaben, hat sich in den beiden ersten Jahren der Amtszeit von Präsident Jair Bolsonaro mehr als verdoppelt. Dies berichtete die Zeitung «O Globo» am Samstag.

Die zeitung berief sich dabei auf den brasilianischen Bundesrechnungshof. Demnach besetzen in diesem Jahr 6157 aktive und Reservemilitärs zivile Ämter, 2018 waren es noch 2765 gewesen.

Das Verteidigungsministerium in Brasília wollte die Zahlen nicht kommentieren; es zählt nur die noch aktiven Militärs in Regierung und Verwaltung. Die Erhebung auf Anfrage eines Mitglieds des Bundesrechnungshofs zeigt erstmals die Ausmasse der Militarisierung des öffentlichen Dienstes in dem grössten Land Südamerikas.

Die Gesellschaft muss "genau wissen, wie viele aktive und inaktive Militärangehörige gegenwärtig zivile Positionen innehabe", sagte Bruno Dantas. Der rechtspopulistische Bolsonaro - selbst Hauptmann der Reserve - ist ein glühender Anhänger des Militärs. Fast jeder vierte Minister in seinem Kabinett gehört den Streitkräften an.

Aus ihrer Sympathie für die Militärdiktatur (1964 - 1985) machen sie ebenso wenig einen Hehl wie aus ihrer Verachtung für mühsame demokratische Verhandlungsprozesse.

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