100 Jahre BMW
Auf die nächsten hundert Jahre

BMW feiert 2016 das 100-jährige Bestehen. Die Bayern beschenken sich selbst mit einem Blick in die ferne Zukunft: Das Concept-Car «Vision Next 100» zeigt, wie man sich die Mobilität in den nächsten 100 Jahren vorstellt.

Philipp Aeberli
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P90212299_BMW VISION NEXT 100_Artwork

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Eine rasante Entwicklung hat das Automobil hinter sich: Es wandelte sich in den letzten 130 Jahren von der motorisierten Kutsche zum vernetzten Hightech-Gerät. Hocheffizient, intelligent und durchdacht. Anlässlich des Jubiläums fragt man sich bei BMW, wie diese Entwicklung weitergehen soll. Man blickt voraus auf die nächsten 100 Jahre.

«Eine schwierige Aufgabe», gesteht Chef-Designer Adrian van Hooydonk anlässlich der Jubiläums-Pressekonferenz. «Aber niemand von Ihnen wird in 100 Jahren überprüfen können, ob wir richtig lagen», fügt er schmunzelnd hinzu. Richtig liegen dürften der Holländer und sein Team wohl in der Annahme, dass sich ein Auto auch in Zukunft über emotionale Werte verkaufen muss. Deshalb ist die BMW-Vision bewusst sportlich gezeichnet und wird von Coupé-haften Linien geprägt. Die Türen schwingen spektakulär nach oben auf.

An den Grundwerten wird sich aber auch in Zukunft nichts ändern: Vier Räder und Platz für vier Personen. Das Auto, wie wir es kennen, hat in BMWs Plänen also durchaus eine Zukunft und wird nicht komplett durch Kleinstwagen für die urbane Mobilität ersetzt.

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BMW Vision Next 100
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Völlig neue Wege geht man bei der Aussenhaut dafür in Sachen Aerodynamik. Die Studie, die in ihren Aussenabmessungen ungefähr einem 5er-BMW entspricht, soll auf einen sehr tiefen Luftwiderstands-Beiwert von cW 0,18 kommen. Dies soll durch eine sogenannte «alive geometry» möglich sein. Die Radhäuser sind komplett verkleidet. Trotzdem sind die Räder lenkbar, da die Karosserie in diesen Bereichen schuppenartig aufgebaut und somit flexibel ist.

Wie das Auto der Zukunft angetrieben werden soll, mag BMW aber noch nicht verraten. Fest steht dafür, dass das Auto noch viel intelligenter werden soll – das Concept Car soll dereinst jeden Fahrer zu einem besseren Fahrer machen.

Der Fahrer wird nämlich begleitet. BMW fasst die Fahrassistenten unter dem Namen «Companion» zusammen. Dieser persönliche Assistent soll dem Fahrer das Leben leichter machen.

Er kann Informationen zur Umgebung als virtuelle Realität in die Scheibe einblenden. Auf kurvenreichen Strecken zeigt er die Ideallinie an und warnt vor Hindernissen und Gefahrenstellen. In der Stadt soll er Fussgänger oder Radfahrer erkennen können und im Notfall bremsen. Und natürlich: Der Companion kann das Auto auch komplett selbstständig lenken. Das Lenkrad, das mehr an den Steuerknüppel eines Flugzeuges als an ein klassisches Lenkrad erinnert, faltet sich dann zusammen und gibt den Insassen so mehr Raum frei.

«Die Seitenscheiben sind in Wagenfarbe gehalten. Das gibt den Passagieren mehr Privatsphäre», so van Hooydonk. Die Freude am Fahren soll also auch in Zukunft ein zentraler Markenwert bleiben. Im Boost-Mode kann der Fahrer nach wie vor selbst das Steuer in die Hand nehmen, wird aber natürlich von der Elektronik unterstützt, um ihn zum noch besseren Fahrer zu machen. Das soll das Fahrerlebnis noch positiver gestalten. Den vollautonomen Fahrmodus nennt BMW «ease», was zu Deutsch so viel heisst wie «entspannen».

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Und wann sehen wir ein solches Auto auf der Strasse? «Am liebsten natürlich schon morgen», lacht Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender von BMW. Eine konkretere Antwort gibt es aber nicht. Denn: Die Frage ist sehr schwer zu beantworten. Die Entwicklung des Autos hängt schliesslich längst nicht mehr nur von der Technik ab. Die könnte schon weit mehr, als man zulässt. In Zukunft wird die Technik jedoch noch weit mehr Verantwortung übernehmen. Und das wirft Fragen auf, die erst geklärt werden müssen. Nicht nur rechtliche Fragen, sondern auch moralische und ethische. Wie lange es noch dauern wird, bis das Auto dann auch tatsächlich selbst fahren darf, steht allerdings in den Sternen. Nochmals 100 Jahre wird es mit Sicherheit nicht mehr dauern.