Es geht vorwärts bei DS Automobiles, der neuen französischen Marke, die dieses Jahr aus der Premium-Linie von Citroën heraus geboren worden war. Das Retorten-Baby wächst, der DS5, der als erstes Modell erneuert worden war, verkauft sich seit der Gründung um 35 Prozent besser noch als Citroën. In China wird in diesen Tagen auch noch eine Stufenheckvariante des DS5 nachgereicht, die allerdings nicht nach Europa kommen wird. Und nun folgt der zweite Streich, der ebenfalls doppelt geführt wird. Einerseits wird der in den vergangenen vier Jahren 120 000 Mal verkaufte DS4 rundum erneuert, andererseits kommt mit dem DS4 Crossback ein neues Modell dazu, das sich vom «gewöhnlichen» DS4 durch drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit und eine noch einigermassen zurückhaltende Plastikbeplankung unterscheidet. Der Crossback ist, man ahnt es, ein Crossover, ein weiteres kompaktes SUV für die Stadtindianer, die auch einmal ein kleines Abenteuer erleben wollen. Allradantrieb ist allerdings Fehlanzeige, es gibt den DS4 Crossback wie den DS4 nur mit Frontantrieb. Als Goodie gibt es immerhin eine intelligente Traktionskontrolle, welche die Traktion auf losem Untergrund verbessern soll. Diese ist aber auch im normalen DS4 serienmässig.

DS Automobiles DS4 Crossback

DS Automobiles DS4 Crossback

Mit dem DS4 hatte Citroën damals, 2011, wohl den Fehler gemacht, den Wagen nicht ausdrücklich als Crossover zu positionieren. Rein von der Form her wäre das kein Problem gewesen, das Fahrzeug baut ziemlich hoch, auch die Sitzposition ist höher als bei einer klassischen Limousine, die Übersicht über das Verkehrsgeschehen ist ein wenig besser. Mit dem Crossback wird dieser strategische Mangel nun korrigiert, dem Trend Genüge getan – es ist gut vorstellbar, dass die Verkaufszahlen des bodenständigeren neuen Bruders jene des eleganteren DS4 schon bald übertreffen werden. Denn Fahrzeuge im Off-Road-Look machen im Segment der Premium-Kompaktlimousinen unterdessen schon 30 Prozent aus, Tendenz stark steigend.

Beim Fahrverhalten merkt man nicht viel von der neuen Persönlichkeit des Crossback. Er bleibt in erster Linie komfortabel, federt und dämpft sehr angenehm – die Zeiten der französischen Sänften sind aber längst vorbei, der Crossback kann durchaus auch ganz sportlich um die Kurven wedeln. Als etwas eigenartig empfanden wir aber die Lenkung, die einen ziemlich hohen Kraftaufwand braucht – und etwas gar heftig wieder in die Mittelposition zurückdrängt. Wir wissen nicht so genau, was DS dem Fahrer damit suggerieren will. Die Bremsen sind bestens dosierbar, haben keinerlei Probleme mit dem rund 1,4 Tonnen schweren Franzosen. Bei einer ersten Testfahrt stand die neue Top-Motorisierung des DS4 Crossback zur Verfügung, ein 180 PS starker 2-Liter-Diesel mit 400 Nm maximalem Drehmoment. Dieser Motor wird ausschliesslich in Verbindung mit einem 6-Gang-Automaten angeboten – und bildet eine sehr souveräne Einheit. Die Gangwechsel sind kaum spürbar, das mit Abstand beste Drehmoment im Segment sorgt jederzeit für ein flottes Vorankommen. Dass die PSA-Diesel zu den ruhigsten und sparsamsten auf dem Markt gehören, ist nichts Neues, mit einem Normverbrauch von 4,4 Litern tanzt da auch diese neue Motoren-Variante nicht aus der Reihe.


Der neue DS4 Crossback, innen angenehm raffiniert, ist ab 31550 Franken zu haben, in der Basis mit einem 130 PS starken 1,2-Liter-Benziner. Der Aufpreis gegenüber dem DS4 beträgt also 1600 Franken. Dieser wiederum wurde ja auch erneuert, hat das neue DS-Gesicht mit den Voll-LED-Lampen sowie mehr Chrom erhalten. Und auch eine neue Top-Motorisierung, einen 1,6-Liter-Benziner mit stattlichen 210 PS (den es im Crossback nicht gibt). Damit wird der DS4 ganz schön flott, rennt maximal 235 km/h schnell und in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h.