Porsche

Die Zukunft spricht Turbo

Porsche 911 Carrera S

Porsche 911 Carrera S

Die neuen 911er-Modelle von Porsche verfügen nun über Turboaufladung – ein Tabubruch?

Der Aufschrei war gross, damals, als man dem Elfer zum ersten Mal eine Wasserkühlung spendierte. Nun kommt die Ikone mit
Turboaufladung, denn mit den derzeit geltenden Messungen des Verbrauchs kommt eigentlich kein Hersteller mehr um kleinere Motoren mit Turbo- oder Kompressoraufladung herum. Nun auch Porsche nicht mehr. Die traditionell mit grossen Saugmotoren bestückten Carrera-Modelle werden im Hubraum beschnitten, dafür gibts zwei Turbolader – aber immer noch sechs Zylinder.

Porsche 911 Carrera S

Porsche 911 Carrera S

Aus diesem Grund kann man nicht von einem Downsizing im klassischen Sinn sprechen. Denn dafür müsste man weniger Zylinder haben und den Hubraum massiv verringern. Porsche tut dies nicht: Drei Liter Hubraum werden die ab Januar lieferbaren Modelle haben, wie erwähnt sechs Zylinder und ein Turbolader pro Zylinderreihe. Das Ergebnis: gegenüber den bisherigen Modellen gibt es eine Mehrleistung von 20 PS und einen Drehmomentzuwachs von jeweils 60 Nm. Der neue 911 Carrera leistet nun 370 PS (450 Nm), der Carrera S satte 420 PS, 500 Nm). Diese Neuerungen gelten vorerst für alle 911-Modelle mit Hinterradantrieb, also auch für das Cabrio. Die Allradvarianten mit Turbomotor werden im kommenden Jahr folgen. Natürlich gabs im Zuge dieses grossen Facelifts auch optische Anpassungen aussen wie innen. Doch diese halten sich in engen Grenzen. Einzig das neugestaltete Infotainmentsystem in der Mittelkonsole fällt sofort auf. Zwar wurde der Bildschirm für Navi- und Audiosteuerung nicht vergrössert. Aber das System wurde massiv modernisiert und entspricht nun wieder dem Stand der Technik. Und auch optisch kommt es nun frischer, moderner daher.


Da sich die Neuerungen vor allemunter dem Blech finden, werfen wir einen vertieften Blick auf die Veränderungen im Bereich des Motors. Da ein Turbomotor aufgrund der höheren Zahl an Bauteilen in der Regel schwerer ist als ein Saugmotor, hat man bei Porsche einiges unternommen, um den Wagen nicht schwerer werden zu lassen. So kommt erstmals eine Ölwanne aus Kunststoff zum Einsatz. Sie spart rund zwei Kilogramm Gewicht, die geregelte Ölpumpe reduziert die Masse um 1,2 Kilogramm. Mit diesen und weiteren Massnahmen soll der neue 911er gleich schwer sein wie sein Vorgänger. Natürlich wurden auch die beiden Getriebe (Doppelkupplung mit sechs Gängen oder manuell mit sieben Gängen) der veränderten Charakteristik des Motors und dem zusätzlichen Drehmoment angepasst.


Weil man beim Fahrwerk ebenfalls einige Veränderungen vorgenommen hat (Absenkung der Karosserie um 10 mm), ist die Alltagstauglichkeit doch etwas eingeschränkt. Neu gibt es dafür einen (optionalen) Frontlift. Auf Knopfdruck lässt sich die Bodenfreiheit an der Spoilerlippe um 40 mm vergrössern. Sicher ein praktisches Feature, das eigentlich serienmässig an Bord gehören würde. Ebenfalls gegen Aufpreis ist nun auch bei den Carrera-Modellen die Hinterachslenkung lieferbar, die für noch mehr Agilität beim Rangieren und bei schnellen Kurvenfahrten sorgt. Allerdings gibts das grosse Technikupdate nicht umsonst. Die Carrera-Modelle werden um rund 6000 Franken teurer. Der Basispreis für den 911 Carrera mit 370 PS liegt bei 116'400 Franken, für den Carrera S sind es mindestens 133'600 Franken. Die Cabrios kosten jeweils rund 16 000 Franken mehr. Dafür gibts aber auch besonders sparsame Triebwerke (Verbrauch um bis zu 12% geringer) und dennoch echtes Porsche-911-Feeling.

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