Toyota

Facelift für den Dauerläufer

Toyota LandCruiser

Toyota LandCruiser

Seit 1951 gibt es den Land Cruiser. Damit ist er das am längsten produzierte Toyota-Modell überhaupt.

Neun Millionen Mal wurde er verkauft, weltweit. Vor allem auch in Afrika und Australien ist der robuste Geländewagen seit Jahrzehnten gut vertreten. Und er war das allererste Fahrzeug am Nordpol. Eine filigrane Schönheit war er eigentlich nie, und das ist auch bei der neuesten, überarbeiteten Generation des LandCruiser nicht anders. Schon eher hat er etwas von einer kleinen Trutzburg.

Was ist neu? Zum einen haben sich die Designer über ihn hergemacht und ihm eine etwas andere Front verpasst. Hier ist vor allem der Grill anders als beim Vorgänger. Hinten hat man die Heckklappe ästhetisch leicht modifiziert. Die Lichter sind sowohl vorne wie auch hinten noch ein wenig mehr herausgeschält worden aus der Karosserie. Neu gezeichnet hat man zudem die Alufelgen, die gibt es 17 oder 18 Zoll gross. Dem Interieur hat man hier und dort Aluminiumakzente verpasst, einige Flächen auf Hochglanz lackiert oder in Holzoptik (wir lieben ja diesen Begriff) angemalt. Dem praktisch denkenden Land-Cruiser-Fahrer sind solcherlei Kinkerlitzchen
wohl eher egal. Und genau auf ihn zugeschnitten dürfte auch die neue Einstiegsversion «Profi» sein. «Reduce to the max» ist hier die Devise: Er hat nur zwei Sitzplätze vorne; ansonsten ist er leergeräumt und bietet nach hinten enormen Laderaum für alles Sperrige oder Voluminöse, was es halt so zu transportieren gilt, als Gewerbler, Förster oder Bauer. Soviel Bescheidenheit zeigt sich auch im Preis: 39'950 Franken kostet die dreitürige Basisversion. Zu den Neuerungen bei der Ausstattung gehören hauptsächlich: LED-Frontscheinwerfer inklusive Tagfahrlicht, Totwinkelassistent, Ausparkhilfe, elektronische Anhänger-Stabilisierung und Digitalradio. Bei den Antrieben setzt Toyota auf Bewährtes: Ein 3-Liter-D-4D-Turbodiesel mit 190 PS mit einem Drehmoment von 420 Nm (zwischen 1600 bis 3000/min). Dieser soll, gemäss Toyota, nur 7,9 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Wer sich die Luxus-Ausstattung Sol Premium gönnt, darf auch den wohlig schnurrenden 4-Liter-V6-Benziner mit 282 PS wählen. Bewegen lässt sich der Titan mittels eines 6-Gang-Getriebes, manuell geschaltet, oder auch bestens mit einer 5-Gang-Automatik. Das elektronisch gesteuerte Allradsystem verfügt, je nach Modell, über vier bis fünf Fahrprogramme, genannt «Multi Terrain Select». Die Bodenfreiheit reicht von 205 bis 215 mm. Das sollte genügen, um auch abseits geteerter Strassen gut vorwärts zu kommen.

Auf einem steilen Rundkurs mit gewaltigen Löchern, Wurzeln und Steinen haben wir ihn auf seine (elektronisch gesteuerte) Offroadtauglichkeit hin getestet. Im Modus «Crawl» fährt er quasi selbständig, klettert langsam (unter 10 km/h) und ohne jegliches Zutun von Füssen an Gaspedal oder Bremse. Fünf Geschwindigkeiten lassen sich einstellen am Drehknopf an der Konsole. Kaum schneller als Schritttempo, bewegt er sich so bergauf stoisch über alle befahrbaren Hindernisse; steil abwärts verlangsamt er nach Bedarf noch mehr. Hier sollte man dem Drang widerstehen, die Fussbremse zu betätigen; anders als beim Gasgeben schaltet sich mit dem Antippen des Bremspedals der Crawl-Modus nämlich aus. Speziell: Mit einer Front- und Seitenkamera überprüft er während des Fahrens die Umgebung des Fahrzeugs und die toten Winkel. Und während man dann also durch die Natur schunkelt, guckt man die meiste Zeit auf den Monitor in der Mitte der Konsole, damit man auch wirklich sieht, wo man hinlenken soll. Einerseits beeindruckend, wie behände und sicher sich der Riese der modernen Zeit so im Gelände vorwärts bewegt. Aber vielleicht war einst doch ein Hauch mehr Abenteuer?

Meistgesehen

Artboard 1