Mercedes GLC

Aufgefrischtes Familienglück

Modernere Motoren und neue Elektronik machen das Mercedes-Mittelklasse-SUV GLC fit für die Zukunft.

Von einem Modell will kaum mehr ein Hersteller sprechen. Viel lieber spricht man von Modellfamilien. So der Ende 2008 eingeführte Mercedes GLK, kurz für «Geländewagen Luxus Kompakt», 2015 zum GLC umbenannt, um seine Zugehörigkeit zur Familie der C-Klasse zu verdeutlichen. Spätestens mit der Einführung der Coupé-Variante im März 2016 wurde auch aus dem GLC eine waschechte Familie. Diese wird nach der nun vollzogenen Modellpflege ganze 20 Mitglieder umfassen; sowohl für den GLC als auch für das GLC Coupé werden je zehn Motorvarianten zur Verfügung stehen, die in den nächsten Wochen und Monaten nach und nach auf den Markt kommen.
Die Spanne reicht von 163 PS und 59 100 Franken Einstandspreis im GLC 200d 4Matic, bis hin zu 510 PS und 120 600 Franken Grundpreis im AMG GLC 63 S Coupé. Allen gemeinsam sind eine 9-Stufen-Automatik und serienmässiger Allradantrieb. Bei den ersten Testfahrten rund um Frankfurt überzeugte das Topmodell natürlich mit starkem V8-Klang und strammem Vortritt aus dem unverändert 510 PS starken 4-Liter-Biturbo. Mit deutlich sportlicher ausgelegtem Fahrwerk und Allradantrieb sowie verstärkten Bremsen bietet der Top-GLC so viel Sportlichkeit, wie es in einem SUV möglich ist, behält sich dabei aber die volle Alltagstauglichkeit. Ein faszinierendes Paket, das aber schon nur aufgrund des Preises (ab 118 700 Franken) für die meisten SUV-Interessenten ein Traum bleiben wird.


Die wohl sinnvollsten Motorisierungen für den SUV-Stern verbergen sich hinter den Kürzeln GLC 300 und GLC 300d. Beim Ersten handelt es sich um einen 2Liter-Vierzylinder-Benziner mit 258 PS und 370 Nm sowie sanfter Hybridunterstützung für zusätzliche 14 PS und 150 Nm. Damit fühlt sich der GLC adäquat motorisiert an (0–100 km/h in 6,3 Sekunden). Der Motor spricht spontan an und sorgt für ein leichtfüssiges Fahrgefühl. Zudem geht er für einen Vierzylinder sehr kultiviert zu Werke und überzeugt ausserdem mit einem souveränen Klangbild.
Je nach Fahrsituation kann das SUV bei ausgeschaltetem Motor dahinrollen, wodurch der Verbrauch auf bestenfalls 7,1 l/100 km laut NEFZ sinkt. Preis: 67 500 Franken.
Als Diesel-Pendant verfügt der GLC 300d über ebenfalls 2 Liter Hubraum. Daraus schöpft er 245 PS und 500 Nm maximales Drehmoment. Auf der ersten Proberunde überzeugt der Motor nicht nur mit seiner elastischen Kraftentfaltung, sondern vor allem auch mit seiner Laufkultur. Dank vorbildlicher Geräuschdämmung ist er akustisch kaum mehr von einem Benziner zu unterscheiden. Sehr wohl aber beim Verbrauch: 5,8 l/100 km laut NEFZ. Das zu einem Preis ab 65 400 Franken.
Allen Modellen gemeinsam ist die starke Aufrüstung in Sachen Elektronik. So gibt es im Innenraum das MBUX-Infotainmentsystem der neuesten Generation, das auch die Sprachsteuerung über den Kurzbefehl «Hey Mercedes» umfasst, ein voll digitales Cockpit und Assistenzsysteme für teilautomatisiertes Fahren auf Autobahnen.
Nebst dem Serien-Fahrwerk stehen nun auch eine Version mit verstellbaren Adaptiv-Dämpfern oder ein höhenverstellbares Luftfahrwerk. Das sorgt nicht nur für besseren Fahrkomfort, sondern gerade in Verbindung mit dem optionalen Offroad-Paket für deutlich mehr Geländegängigkeit, weil die Bodenfreiheit um bis zu 50 Millimeter erhöht werden kann.
Dank vieler elektronischer Helfer schafft der GLC abseits der Strasse deutlich mehr, als ihm die meisten Besitzer je zumuten werden. Er will aber kein reinrassiger, raubeiniger Geländewagen sein, sondern auch im Gelände ein Mercedes bleiben: Die Fahrassistenten und Kameras rundum machen das Geländefahren so einfach wie möglich und entlasten den Fahrer, sodass man sich auch auf groben Feldwegen nicht blamieren muss.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1