Citroen

Das clevere Duo

Citroen C4 Picasso

Citroen C4 Picasso

Mit dem C4 Picasso und dem grösseren Grand C4 Picasso hat Citroen zwei richtig tolle Familienautos auf die Räder gestellt.

Im Test standen beide neuen Minivans. Der «kleine» C4 Picasso mit dem 1600er-Diesel und der Grand C4 Picasso mit dem 150 PS leistenden Zwei-Liter-Selbstzünder. Beiden gemein ist die Laufruhe, im Vergleich zu den eher lauten und rauen Dieselmotoren anderer Hersteller eine akustische Wohltat. Natürlich, ein Diesel klingt nie wirklich fein, aber wenn schon Selbstzünder, dann gern so zurückhaltend wie bei den Franzosen. Und in Sachen Leistung konnten beide Motoren überzeugen. Mit einem C4 – egal ob kurz oder lang – will man ja nicht den Rundenrekord auf der Nordschleife brechen.

Beginnen wir mit dem C4 Picasso mit 1,6-l-Motor. Der leistet 112  PS und schiebt maximal 270 Nm auf die Kurbelwelle. Das ist ganz ordentlich und reicht für fast alle Lebenslagen, mal ausgenommen von der Autobahn in unserem Nachbarland. Und sonst: alles fein, viel Raum für bis zu fünf Personen, alles durchdacht und schön gemacht. Nein, nicht zu schön, nicht zu edel, sondern so, dass man das Fahrzeug auch als Familientransporter nutzen kann, ohne dass er nach sechs Monaten aussieht wie ein Truppentransporter der Schweizer Armee. Über das neue Bediensystem, welches in beiden Modellen verbaut ist, gibt es nicht allzu viele Worte zu verlieren. Fast alles wird über den zentralen Touchscreen gesteuert, das ist ja gerade gross in Mode. Wir sehen keinen Vorteil darin, aber auch keine grossen Nachteile. Man gewöhnt sich einfach daran. Deutlich mehr Freude hatten wir an der Flexibilität im Innenraum. Sind alle Sitze besetzt, passen 500 Liter Gepäck in den Kofferraum. Ist hinten frei, geht das muntere Hoch-, Weg- und Umklappen der Sitze los. Verschiebt man alles so, dass man möglichst viel Laderaum erhält, passen bis zu 1700 Liter ins Heck.

Der C4 Picasso und sein grösserer Bruder sind vor allem dem Fahrkomfort verpflichtet. Und das machen die beiden Brüder wirklich ganz hervorragend. Nein, an die Hydropneumatik von früher kommt man mit dem konventionellen Stahlfahrwerk nicht heran. Aber es fährt sich sehr bequem in den neuen Citröen. Ein Grund mag sein, dass der neue Picasso 140 kg leichter ist als sein Vorgänger. Allein das reduziert die Seitenneigung in Kurven trotz weicher Abstimmung der Federelemente. Bleibt noch der Blick auf den Verbrauch. Obwohl sich der 1600er bei voller Beladung ziemlich anstrengen muss, errechneten wir einen Testverbrauch von 5,2 Liter Diesel pro 100 Kilometer.

Mit manuellem 6-Gang-Getriebe hatten wir den Grand C4 Picasso zum Test. Der grosse C4 ist mit 460 cm nur rund 13 cm länger als der kurze C4, aber dennoch wirkt das Design beim Grand einfach stimmiger. An den Platzverhältnissen indes ändert sich nicht viel. Ausser, dass es den Grand C4 auch als Siebensitzer gibt. Wie üblich sind die Sitze in der dritten Reihe nicht superbequem und auch nicht leicht zu erreichen. Kids dürften aber keine Mühe haben, sich auf die Sitze zu schlängeln. Der Motor ist auch ein ganz anderes Kaliber. 150 PS und 370 Nm sorgen für einen ordentlichen Antritt. Den spürt man aber irgendwie nicht. Der Wagen beschleunigt zwar zügig, doch weder Fahrer noch Passagiere empfinden die Beschleunigung so stark, wie sie tatsächlich ist. Das Getriebe ist leicht zu bedienen, auch wenn man es nicht so oft benützen muss. Der Zwei-Liter bietet über einen sehr grossen Bereich viel Drehmoment, sodass man beim Hochschalten auch mal einen Gang auslassen kann. Und auch dieses Triebwerk ist sehr sparsam. Wir kamen im Schnitt mit 5,8 Liter Diesel 100 Kilometer weit.

Und das, obwohl unser Testwagen mit absoluter Top-Ausstattung (Komfortsitze mit Massagefunktion und Beinauflage auf der Beifahrerseite) sicher nicht zu den leichtesten Modellen gehörte. Natürlich hat man im Grand C4 noch etwas mehr Platz fürs Gepäck, wenn man nicht alle sieben Sitze nutzt. Im Extremfall sind es 1840 Liter, die in den Franzosen passen. Doch die ganze Herrlichkeit nützt ja nichts, wenn sich Familien das Auto nicht leisten können. In den Preislisten findet man für den C4 Picasso einen Minimalpreis von 24  300 Franken (unser Testwagen ab 27  700 Franken). Der Grand C4 Picasso kostet mindestens 34  100 Franken. Das sind sehr räsonable Basispreise. Mit der 2. Generation der C4 Picasso ist Citroën auf jeden Fall ein grosser Wurf gelungen, da hat die Konkurrenz (derzeit) das Nachsehen.

Meistgesehen

Artboard 1