Fahrberichte

Mehr als nur charmant?

Fiat 500 Hybrid

Fiat 500 Hybrid

Der Fiat 500 mit neuem Mildhybrid-Antrieb im Test. Was bringt das 12-Volt-Hybridsystem im Alltag?

Man kann es nicht anders sagen: Der Fiat 500 ist ein altes Auto. Mit immer wieder kleinen Anpassungen wird die aktuelle Baureihe seit 2007 hergestellt – und damit so lange, wie kaum ein anderes aktuelles Auto. Trotzdem ist der 500 mit 1844 verkauften Einheiten per Ende August nach wie vor der Bestseller im Fiat-Programm.

Die Ablösung steht in den Startlöchern: Der 500e, der ausschliesslich mit rein elektrischem Antrieb erhältlich sein wird, soll noch dieses Jahr anrollen. Kurz vor dieser Ablösung bringt Fiat den 500 noch als Hybrid auf den Markt.

Das Hybridsystem arbeitet mit nur 12 Volt Spannung; es unterstützt den 1,0-Liter-Benziner mit maximal 5 PS, vor allem beim Anfahren. Mit 70 PS ist die Gesamtleistung genau um 1 PS höher als beim bisherigen Nicht-Hybrid-Modell. Grosse Zugewinne in Sachen Dynamik darf man sich durch den Hybridantrieb also nicht erhoffen. Der 500 bleibt auch nach 13 Jahren ein Auto, welches man vorzugsweise in der Stadt bewegt. Auch dort muss man allerdings häufig zum hübschen Schalthebel greifen und den Motor auf Drehzahl halten, ansonsten wirkt der Benzin-Hybrid eher träge.

Vertraut: Das simple Cockpit unterscheidet sich nicht von anderen Modellvarianten.

Vertraut: Das simple Cockpit unterscheidet sich nicht von anderen Modellvarianten.

Immerhin: Auch wenn man den Antrieb fordert, braucht er selten mehr als 5,5 l/100 km; im Test waren es schlussendlich 5,3 l/100 km, der Werksverbrauch, noch nach NEFZ-Norm gemessen, liegt bei 3,8 l/ 100 km. Dass der 500 dies im Alltag nicht erreicht, liegt schlussendlich an der geringen Leistung des Antriebs: Wer kein Verkehrshindernis sein will, muss dem kleinen Italiener ordentlich die Sporen geben.

Am meisten Sparpotenzial hat der Hybrid, weil er beim Ausrollen in der Stadt schon früh den Motor ausmachen kann. Ansonsten fällt er im Alltag kaum auf. Viel mehr fällt auf, dass der 500 langsam, aber sicher reif für eine Ablösung ist: Die Sitzposition lässt sich für Grossgewachsene nicht ausreichend verstellen, die Elektronik wirkt nicht mehr frisch, und das Platzangebot im Innenraum ist bescheiden. Trotzdem – und obwohl der 500 mit mindestens 17140 Franken (Hybrid ab 21140 Franken) kein Schnäppchen ist – ist der kleine Fiatnach wie vor sehr beliebt. Der Charme des kultigen Kleinwagens mit Kulleraugen ist wohl für viele unwiderstehlich.

Nur am Schrigtzug am Heck ist der neue Hybrid erkennbar.

Nur am Schrigtzug am Heck ist der neue Hybrid erkennbar.

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