«Wir wollen mit dem Eclipse Cross nicht allen gefallen», meint Mitsubishi- Europa-Sprecher Daniel Nacass selbstbewusst. Und hat damit völlig recht. Denn der Eclipse Cross polarisiert. Er wird bestimmt nicht nach jedermanns Geschmack sein, wird aber genauso seine Verehrer finden. Die Front nimmt das typische Mitsubishi-Design auf und interpretiert es selbstbewusst. Am Heck gehen die Japaner dagegen neue Wege und verpassen dem Eclipse Cross eine abfallende Dachlinie, eine markante, zweigeteilte Scheibe und eine durchgehende Heckleuchte.

Auch innen gibt es viel Neues. Zentral ist das neue Infotainment-System, das blickgünstig auf der Armaturentafel thront. Es wird über ein Touchpad neben dem Wählhebel oder per Touchscreen bedient. Ein fixes Navi ist in dieser Lösung nicht enthalten, dafür gibt es zeitgemässe Smartphone-Anbindung per Apple CarPlay oder Android Auto. Wer lieber ein fest verbautes Navi möchte, bekommt das bereits bekannte Touchscreen-System von Mitsubishi, das sich allerdings nicht so nahtlos ins hübsche und solide verarbeitete Cockpit eingliedert. So oder so findet man sich im Eclipse Cross schnell zurecht. Auffällig ist die Sitzposition. Die Schulterlinie wurde tief gezeichnet, was für eine gute Übersicht sorgt und das Gefühl vermittelt, hoch oben zu sitzen. Basis für den Eclipse Cross bildet der Unterbau des Outlander – und das, obwohl der Neuling mit 4,40 Metern knapp 30 Zentimeter kürzer baut. Trotzdem bleibt der Radstand mit 2,67 Metern unverändert, was dem Eclipse Cross ein gutes Raumangebot vor allem im Fond beschert. Der Kofferraum fasst geräumige 448 Liter.

Flüssig unterwegs
Die technische Gemeinsamkeit mit dem Outlander kann der Eclipse Cross bei den ersten Testfahrten auf den kurvigen Strassen rund um Barcelona nicht leugnen, auch wenn im Fahrwerkbereich einiges neu ist. Die Lenkung ist nun erstmals elektromechanisch angetrieben und wurde eine Spur direkter übersetzt. Trotzdem kann und will der Eclipse Cross keine Sportskanone sein. Er geht Kurvenpassagen lieber gemächlich an; die Lenkung ist angenehm leichtgängig, dürfte aber ruhig noch direkter übersetzt sein, um den SUV kompakter wirken zu lassen. Seine Masse von knapp über 1400 kg hat der kompakte SUV gut unter Kontrolle und gefällt in Kurven mit geringer Seitenneigung. Geht es ihm zu flott, kündigt er das frühzeitig mit einer Tendenz zum Untersteuern an. Auf der Autobahn gefällt das Fahrwerk zudem mit sanftem Einfedern; bei geringerem Tempo sorgen harte Querfugen allerdings für etwas Unruhe. Komplett neu ist der 1,5-Liter-Turbo-Vierzylinder, der im Eclipse Cross seine Premiere feiert. Er ist als Fronttriebler mit Automatik oder Handschaltung zu haben, oder, wie getestet, mit Allradantrieb und derselben, stufenlosen CVT-Automatik. Eine Kombination, die hervorragend zum neuen SUV passt. Der Motor läuft geschmeidig und klingt nur unter Volllast etwas rau. Doch: Das ist ohnehin nicht nötig. Denn der Vierzylinder bietet, trotz kleinem Hubraum, schon bei tiefen Drehzahlen ein gutes Drehmoment. Das Datenblatt nennt 250 Nm ab 1800 Umdrehungen.

Die stufenlose Automatik hält den Motor gekonnt in diesem Drehzahlbereich und sorgt für geschmeidiges Beschleunigen. Bei stärkerer Beschleunigung, beispielsweise auf der Autobahneinfahrt, kreiert das Getriebe Schaltstufen. So wirkt das Hochdrehen natürlicher, das oft kritisierte, unschöne Aufheulen des Motors bei CVT-Getrieben bleibt somit aus. Für den Alltag bietet der Eclipse Cross so viel Komfort. Markteinführung für den Neuling wird erst im Januar 2018 sein. Bis dahin wird es auch schon mehr Details zum 2,2-Liter-Dieselmotor geben, den die Japaner stark überarbeitet haben; er soll später mit 8-Stufen-Automatik und 400 Nm Drehmoment auf die Strasse rollen. Die Preise für den Eclipse Cross stehen noch nicht fest; sie werden aber unterhalb des Outlanders liegen, der derzeit ab 21 999 Franken erhältlich ist.