Irgendwie fängt irgendwann irgendwo die Zukunft an, sang die deutsche Sängerin Nena 1984.
Anno 2018 möchte Audi mit dem neuen A8 in eine neue Zukunft starten. Die Luxuslimousine ist das erste Auto, welches komplett unter der Regie des neuen Chefdesigners Marc Lichte entstand - und will nicht nur optisch, sondern auch technisch die Zukunft zur Gegenwart machen. Das macht sie durch ihre flachere Front mit riesigem Kühler und aufwendiger LED-Zierde in den Scheinwerfern unmittelbar klar. Das Heck wird von einem Leuchtenband über die gesamte Breite dominiert – und grüsst ebenfalls mit ausgefeilter Licht-Choreografie. Insgesamt wirkt der A8 aber deutlich schlanker als sein Vorgänger, obwohl er rund vier Zentimeter länger, dafür aber ein paar Millimeter schmaler wurde. Noch deutlicher ist der Fortschritt allerdings im Innenraum zu sehen.

Audi A8

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Die Zeit ist reif

Liebe wird aus Mut gemacht, singt Nena in ihrem grossen Hit. Die Liebe zur digitalen Zukunft zeigt Audi im neuen A8 mit dem Mut, praktisch alle Knöpfe aus dem Interieur zu verbannen. Stattdessen gibt es zwei grosse Touchscreens in der Mittelkonsole. Darüber lassen sich sämtliche Funktionen einfach und übersichtlich steuern. Schade ist nur, dass die rechte Seite der Screens sehr weit vom Fahrer weg liegt. Gewöhnungsbedürftig ist, dass man den oberen Bildschirm nicht tippen, sondern regelrecht drücken muss. Dafür gibt der Bildschirm Rückmeldung in Form einer kurzen Vibration, die sich anfühlt wie ein Knopfdruck.
Faszinierend ist vor allem die Schrifterkennung. Zum Eingeben eines neuen Navi-Ziels kann man die Adresse auf den unteren Bildschirm schreiben. Man kritzelt mit dem Finger alle Buchstaben direkt übereinander; dieses Gewirr wird vom Computer aber tatsächlich entziffert. Allerdings sammeln sich durch solche Aktionen schnell viele unschöne Fingertapser auf den beiden Bildschirmen – das passt dann nicht so recht ins ansonsten extrem hochwertige und edle Interieur. Hervorragend zum Charakter des A8 passen dafür die zahlreichen Assistenzsysteme, wie das beeindruckende Matrix-LED-Licht mit Laserfernlicht, der etwas zaghafte Lenkassistent und der sehr sanfte Radartempomat.

Audi A8

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Durch die Nacht

Während der Testzeit stand ein Termin in Frankfurt an; die ideale Bewährungsprobe für den A8, der vor allem Geschäftsleute möglichst entspannt über lange Strecken ans Ziel bringen soll. In dieser Disziplin zählt der neue A8 gewiss zum Besten, was der Markt derzeit zu bieten hat. Die Sitze lassen sich vielfach verstellen, bieten hervorragenden Sitzkomfort und eine angenehme Massagefunktion. Das Fahrwerk ist, wie es sich für diese Klasse gehört, sehr komfortabel und sanft ausgelegt. Was den A8 aber definitiv zum Langstrecken-Meister macht, ist die hervorragende Geräuschdämmung, vor allem mit dem optional verbauten Isolierglas. So bleibt es im Innenraum angenehm still; sogar vom V6-Benziner mit 3 Litern Hubraum und 340 PS ist kaum etwas zu hören. Er verrichtet seinen Dienst unauffällig und souverän, lediglich beim Anfahren ist ihm anzumerken, dass er gegen rund zwei Tonnen Gewicht ankämpfen muss. Wie es sich für einen A8 gehört, sind Allradantrieb und Automatikgetriebe (8 Stufen) immer mit an Bord. Die Liste an Optionen ist dennoch fast beliebig lange, sodass sich der Grundpreis von 114 100 Franken fast beliebig erhöhen lässt. Bescheidener gibt sich der grosse Audi beim Verbrauch: 7,5 l/100 veranschlagt das Werk, im Test waren es 8,3 l/100 km.