Mehr als 540 000 Autos hat Hyundai 2018 abgesetzt; damit wuchs die koreanische Marke stärker als der Gesamtmarkt. Grossen Anteil am Erfolg hat der i30, der im hart umkämpften C-Segment gegen VW Golf, Ford Focus und Co. antritt.

Seit 2008 hat der südkoreanische Hersteller mehr als eine Million Stück des i30 verkauft – und aus einem Modell inzwischen eine Modellfamilie geschaffen. Zum normalen Fünftürer gesellten sich mit dem Fastback eine fünftürige Coupé-Variation und ein Sportmodell Namens i30 N. Als jüngster Streich folgt nun der i30 Fastback N als logische Konsequenz.

Die sportliche Nachbehandlung durch die neu gegründete N-Division zeigt sich beim Fastback durch eine in den Heckdeckel integrierte Spoilerlippe und eine Heckstossstange mit Diffusor, eine typische, dreiecksförmige Nebelschlussleuchte und zwei dicke Auspuffendrohre. An der Front ist der N an roten Akzenten am Frontspoiler und an vergrösserten Lufteinlässen zu erkennen. Um die Karosserie des Fastback auf die höhere Leistung vorzubereiten, wurden beim sportlichen Topmodell 29 zusätzliche Schweisspunkte eingebrannt, sodass die Rohkarosse deutlich steifer wird, was das Fahrverhalten präziser macht. Durch die neue Karosserieform lasten im Vergleich zum normalen Fünftürer 12 Kilo mehr Gewicht auf der Hinterachse. Zudem erzeugt die neue Form mehr aerodynamischen Abtrieb, weshalb die Hyundai-Ingenieure das Fahrwerk leicht anpassen mussten.

Getestet wurde die neue Variante auf der Nürburgring-Nordschleife, welche die zweite Heimat der N-Division ist, die sich nach dem Nürburgring und der Heimatstadt Namyang benannt hat. Eine Referenz, die zeigen soll, dass man es bei Hyundai ernst meint, die Sportmodelle sollen tatsächlich auch auf der Rennstrecke funktionieren, was der i30 Fastback N bei den ersten Testfahrten auf einem kleinen Rundkurs auf Gran Canaria unter Beweis stellen soll. Die enge Strecke liegt dem Sportler gut. Sehr neutral nimmt er auch enge Kurven, aus denen der Fronttriebler dank elektronisch geregelter Differenzialsperre mit guter Traktion beschleunigt und sein Drehmoment von bis zu 378 Nm gut ausnutzen kann. Ebenfalls typisch und erwünscht für ein sportliches Auto mit Frontantrieb: Auf der Bremse, die verlässlich und stark verzögert, wird das Heck entlastet, wodurch sich der Wagen leichter in die Kurve werfen lässt.

Gekonnter Kompromiss

Auf der Rennstrecke kann der Kompaktwagen also überzeugen. Doch sollen Ausflüge auf die Piste zwar durchaus im Kalender der angestrebten Kundschaft Platz finden, in erster Linie muss der i30 Fastback N aber auf der Strasse funktionieren.

Hier wirkt die sportlichste Fahrwerkeinstellung, die sich über die zahlreichen Einstellmöglichkeiten am Bordcomputer anwählen lässt, eine Spur zu straff. Allerdings kann man sich seine Wunschabstimmung aus zahlreichen Möglichkeiten selbst zusammenstellen; so kann der i30 N auch komfortabel und souverän federn, ohne dabei ausser Kontrolle zu geraten. Gerade auf den engen, verwinkelten Bergstrassen der Kanareninsel kommt so viel Fahrspass auf – auch dank sonorem Klang des 2-Liter-Vierzylinders mit 275 PS. Der Sprint auf 100 km/h ist indes in 6,1 Sekunden möglich.

Für den Alltag bietet die Coupé-Limousine genügend Platz vorn wie hinten, wobei man bei der Kopffreiheit im Fond leichte Abstriche zugunsten des Designs in Kauf nehmen muss. Dafür verfügt der Fastback über eine grosse Ladeklappe, wodurch sich der 436 bis 1337 Liter grosse Kofferraum angenehm beladen lässt. Trotz schöner Form und sportlichem Talent ist der schnelle Fastback also ein angenehmes Alltagsauto, das sich mit einem Verbrauch von 8,2 l/100 km nach dem realitätsnahen WLTP-Zyklus auch einigermassen vernünftig bewegen lässt. Mit einem Grundpreis von 39 390 Franken (900 Franken mehr als der Fünftürer) bleibt der Koreaner auch in dieser Disziplin vernünftig – wobei man noch 4910 Franken für das «N-Exklusive»-Paket addieren sollte, das unter anderem Navigation und Rückfahrkamera beinhaltet.

Um das Flair der sportlichen N-Modelle und damit auch der Rennsport-Einsätze in der Tourenwagen- und Rallye-WM möglichst zugänglich zu machen, bietet Hyundai nun auch «N-Line»-Sportpakete für die kleineren Motorvarianten an. Sie beinhalten optische Anpassungen und geänderte Fahrwerkkomponenten. Damit soll, so der Plan der Koreaner, das sportliche Image der Marke gestärkt werden. Auf der anderen Seite sorgen E-Autos wie der Kona und der Ioniq dafür, dass Hyundai den Schritt in die Zukunft schafft.